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Alle Wespenarten - Übersicht

Vorstellung der bei uns vorkommenden  Wespenarten.

Es leben insgesamt 8 Arten bei uns, die Feldwespen nicht mitgezählt.

 

 

 

Alle Arten sind Insektenjäger, d. h. sie fangen andere Insekten und verfüttern die bekömmlichsten Teile davon an ihre Brut, da die Larven tierisches Eiweiß zum Wachstum benötigen. Die Beute wird meist im Flug gefangen und „enthauptet“ sowie Hinterleib, Beine und Flügel entfernt. Dann wird die Brustpanzerung aufgebissen und die proteinreiche Thorax-Muskulatur verfüttert.

 

 

Hornisse beim Ringeln



 

Die Vollinsekten ernähren sich von Kohlehydraten, je nach Art unterschiedlich. Sie sind damit ein wichtiges Glied im Naturhaushalt, da sie helfen, das ökologische Gleichgewicht zu halten. Die Hornisse gilt sogar als „Naturpolizei“, denn sie nimmt es auch mit größeren Insekten auf und ein größeres Hornissenvolk kann – nach Berechnungen der  Gebrüder von Hagen  - täglich bis zu einem Pfund Insekten fangen. Dies entspricht dem Fangvolumen von 5 bis 6 Meisenpaaren am Tag. Eine beachtliche Menge!    

 

Die Bilder zu den einzelnen Wespenarten beschränken sich auf die Zeichnungen mit Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen sowie den jeweils typischen Nestbau mit entsprechender Umgebung.

Hornisse:

 

Größte mitteleuropäische Wespenart.

 

Aussehen: Arbeiterinnen 18 – 25 mm, Königinnen 25 – 35 mm, Drohnen 21 – 28 mm.

Farbe: rötlich-braun.

 

 

 

Hornisse

Nahrung:

Zur Aufzucht der Brut wird tierisches Eiweiß benötigt: Mit bis zu 20 km/h werden Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfer, Raupen, Spinnen, Libellen sowie Obstbaum- und Forstschädlinge gefangen.

"Flugbenzin" bzw. Kohlehydrate für die Vollinsekten: Aufnahme von Baumsäften (überwiegend von Eichen, Eschen und Birken) bei Baumwunden oder durch das so genannte "Ringeln": die Baumrinde wird aufgenagt und die austretenden Baumsäfte mit der Zunge abgeleckt. Hornissen laben sich jedoch nicht an Aas, wie manchmal behauptet wird.

Selbst bei völliger Dunkelheit fliegen die Tiere noch aus, wobei sie dann jedoch offenbar nur süße Baumsäfte sammeln. Daher finden sich am Abend oder auch in der Nacht teilweise Hornissen im Wohn- oder Schlafzimmer ein. Wenn Sie das Licht wieder ausmachen  und die Türe oder Fenster weit aufmachen, werden sich die ungebetenen Gäste auch wieder schnell verabschieden.

Jägerin Hornisse

Mittlere Volksstärken: 400 bis 700 Exemplare
Lebenszyklus bis Oktober/November.

Beige-braune Nestfarbe, mit vielen Lufttaschen gegen Ende des Lebenszyklus. So genannter „Höhlennister“: Rollladenkästen, Meisenkästen, verlassene Mauslöcher und Spechthöhlen. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

Natürlicher Lebensraum: Lichte Au- und Mischwälder sowie Streuobstwiesen.

 

 

 

 

 

 

Hornissennest

Mittlere Wespe oder „Kleine Hornisse“

 

Zweitgrößte soziale Faltenwespe.

 

Aussehen:

Arbeiterinnen 15 – 19 mm, Königinnen 18 – 22 mm, Drohnen 15 – 19 mm.

Farbe: Königin rötlich-braun, Arbeiterinnen schwarz-gelb.

 

 

 

 

 

 

Mittlere Wespe

Nahrung:

Für die Brut: Insekten, vor allem Fliegenarten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Sammeln von Blütennektar (besonders an Doldenblütlern und Schneebeere).

 

Kleine Volksstärken: bis 200 Exemplare

Kurzer Lebenszyklus bis circa Mitte September.

 

Gräuliche Nestfarbe mit glatter Nesthülle, die wasserabweisend ist. So genannter „Freinister“.

Baut ihre Nester ausschließlich in Hecken oder in Zweigen von Bäumen.  Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

 

 

 

 

Nest der Mittleren Wespe

Waldwespe:

 

Aussehen:

Arbeiterinnen 13 – 15 mm, Königinnen 15 – 19 mm, Drohnen 14 – 16 mm. Farbe: schwarz-gelb.

 

 

 

 

 

 

 

Waldwespe

Nahrung:

Für die Brut: Insekten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Diese sammeln Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen.

 

Kleine Volksstärken: 200 bis 300 Exemplare
Kurzer Lebenszyklus bis circa Mitte September.

 

Graue bis graugelbe Nestfarbe mit glatter Nesthülle (Fußballgröße und zitronenförmig), so genannter „Freinister“: In Feldscheunen, aber auch Hecken und Vogelnistkästen. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

 

 

 

 

 

 

Nest der Waldwespe

Sächsische Wespe:

 

Aussehen:

Arbeiterinnen 11 – 15 mm, Königinnen 15 – 19 mm, Drohnen 13 – 15 mm.

Farbe: schwarz-gelb.

 

 

 

 

 

Sächsische Wespe

Nahrung:
Für die Brut: Fliegenarten und andere Insekten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Sammeln von Blütennektar an Johannis- und Stachelbeerblüten, Schneebeere, Felsenmispel und Faulbaum.

 

Kleine Volksstärken: 200 bis 300 Exemplare

Kurzer Lebenszyklus bis circa Mitte September.

 

Graue Nestfarbe mit glatter Nesthülle (Fußballgröße und erdbeerförmig), so genannter „Freinister“:

Häufig im Dachgebälk, Gartenhütten und Vogelnistkästen. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

 

 

 

 

Nest der Sächsischen Wespe

Rote Wespe:

 

Aussehen:
Arbeiterinnen 10 – 14 mm, Königinnen 16 – 20 mm, Drohnen 13 – 16 mm.

Farbe: schwarz-gelb, aber auffallend rötliche Färbung der beiden ersten Hinterleibsringe.

 

 

 

 

 

 

Rote Wespe

Nahrung:
Für die Brut: Insekten, jagt häufig auf Doldenblütlern.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Nektar von verschiedenen Blütenpflanzen und Honigtau von Blattläusen.

 

Kleine Volksstärken: 100 bis 200 Exemplare

Kurzer Lebenszyklus bis circa Mitte September.

 

Graue Nestfarbe mit glatter Nesthülle (meist kleiner als ein Fußball), so genannter „Dunkelhöhlennister“ (einzige dieser Art, die nicht lästig wird!): Nistet fast ausschließlich unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen, oft auch an feuchteren Stellen (Wassergräben). Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

 

 

Nest der Roten Wespe

 

 

Norwegische Wespe:

 

Aussehen: Arbeiterinnen 12 – 15  mm, Königinnen 15 – 19 mm, Drohnen 14 – 16 mm.
Farbe: schwarz-gelb, kann wegen der Rotfärbung der Hinterleibsringe leicht mit der Roten Wespe verwechselt werden.

 

 

 

Norwegische Wespe

Nahrung:
Für die Brut: Insekten, vorwiegend Fliegen.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Blütennektar von verschiedenen Blütenpflanzen und Honigtau.

 

Kleine Volksstärken: 200 bis 300 Exemplare

Kurzer Lebenszyklus bis circa Mitte September.

 

Graue bis graugelbe Nestfarbe mit glatter Nesthülle (ungefähr Fußballgröße), so genannter „Freinister“: in dichtem Strauchwerk, Holzstapeln, unter freiliegenden Wurzeltellern umgestürzter Bäume. Fast ausschließlich nur im Wald anzutreffen.

 

 

 

 

Nest der Norwegischen Wespe

 

 

Deutsche Wespe:

 

Aussehen:

Arbeiterinnen 12 – 16 mm, Königinnen 17 – 20 mm, Drohnen 13 – 17 mm.

Farbe: schwarz-gelb.

 

 

 

 

Deutsche Wespe

Nahrung:

Für die Brut: Insekten, vorwiegend Fliegenarten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Blütennektar oder Honigtau sowie Zuckerstoffe im Siedlungsbereich (Bäckereien, Konditoreien, Kaffeetisch) und Fallobst.

 

Große Volksstärken: 1.000 bis 7.000 Exemplare

Langer Lebenszyklus bis Ende Oktober/Mitte November (witterungsabhängig).

 

Graue Nestfarbe mit vielen muschelartigen Lufttaschen, so genannter „Dunkelhöhlennister“: meist unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen oder in Rollladenkästen und Dachböden. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

Nest der Deutschen Wespe

Gemeine Wespe:

 

Aussehen:

Arbeiterinnen 11 – 14 mm, Königinnen 16 – 19 mm, Drohnen 13 – 17 mm.

Farbe: schwarz-gelb.

 

 

Gemeine Wespe

Nahrung:

Für die Brut: Insekten, vorwiegend Fliegenarten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Blütennektar oder Honigtau sowie Zuckerstoffe im Siedlungsbereich (Bäckereien, Konditoreien, Kaffeetisch) und Fallobst.

 

Große Volksstärken: 1.000 bis 5.000 Exemplare

Langer Lebenszyklus bis Ende Oktober/Mitte November (witterungsabhängig).

 

Beige-braune Nestfarbe mit vielen muschelartigen Lufttaschen, so genannter „Dunkelhöhlennister“: meist unterirdisch in verlassenen Mäuse- oder Maulwurfsgängen oder in Rollladenkästen und Dachböden. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

Nest der Gemeinen Wespe

Der Exot unter den Sozialen Faltenwespen:

Gallische Feldwespe:

 

Aussehen:

Arbeiterinnen bis 15 mm, Königinnen bis 18 mm, Drohnen 14 – 16 mm.

Farbe: schwarz-gelb, Beine im Gegensatz zu allen anderen Wespen auffallend verlängert.

 

 

 

 

Gallische Feldwespe

Nahrung:

Für die Brut: Insekten.

 

Kohlehydrate für die Vollinsekten: Nektar von Johannisbeeren, Stachelbeeren, Faulbaum und Felsenmispeln (ähnlich wie Sächsische Wespe).

 

Kleine Volksstärken: 10 bis 30 Exemplare

Kurzer Lebenszyklus bis circa Ende September.

 

Gräuliche Nestfarbe, allerdings baut die Gallische Feldwespe nur eine Wabe und keine Nesthülle darum. Ihr Nest liegt meist in einem geschlossenen Raum, d. h. häufig auf Dachböden an den Dachziegeln zu finden. Im Siedlungsbereich anzutreffen.

 

Besonderheit:
Harmlose Wespenart, die selbst bei Störungen am Nest nicht aggressiv reagiert. Ihr Stachel ist schwach, so dass er kaum die menschliche Haut durchdringen kann.

 

Nest der Gallischen Feldwespe


Bilder und Zeichnungen mit freundlicher Genehmigung von Herrn R. Ripberger
 

date modified 08-07-2011 10:20
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