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Ausstellung Klimawandel

Nachlese zur Ausstellung  "Frühbucherrabatt zum Klimawandel! Europa mit nassen Füßen" im Jahr 2006

Die Ausstellung widmete sich den Phänomen und Folgen des Klimawandels.

Insgesamt 37 geführte Gruppen mit über 600 Kindern und Jugendlichen von den Filderstädter Kindergärten und Schulen wurden von den Mitarbeiterinnen des Umweltschutzreferates durch die Ausstellung geführt.

Erster Bürgermeister Dieter Lentz und Umweltschutzreferentin Simone Schwiete bei der Ausstellungseröffnung

Hier ein kurzer Überblick:

Gleich zu Beginn der Führungen fegte den Kindern der  "halbe Lothar" um die Ohren, zwei Versuche gaben Aufschluss über die Entstehung von Wetterereignissen und die angeschlossene Wetterstation zeichnete die aktuellen Daten per Computer auf. Anhand von Baumscheiben ging es in die klimatischen Gegebenheiten der vergangenen 2.000 Jahre und mit dem Klimasimulator in die Zukunft. Zudem zeigte das Umweltschutzreferat die Verschiebung des Artenspektrums von Tieren und Pflanzen und die Auswirkungen auf den Wald. Über den Ausstoß klimarelevanter Gase kam man zur Luftgüte im Filderraum mit anschaulichen Messgeräten, Luftprobesammlern und Flechten als Indikatoren. Die letzten Stationen beschäftigten sich mit dem, was wir selbst für das Klima tun können. Hier ging es um Energieverbräuche, wärmeerzeugende Oberflächen und Wärmedämmung an Gebäuden sowie den Vorbildern in der Natur: den arktischen Tieren und ihrem Kälteschutz.

Die Kraft eines "halben Lothar´s"

In den vergangenen 50 Jahren kam es zu einer Erhöhung der Lufttemperatur. Dies hat gravierende Auswirkungen auf das Klimasystem. Extremwetterlagen nehmen zu (Niederschlagsmengen und Stürme). Um die Kraft eines "halben Lothar´s", der mit 180 km/h durch den Filderstädter Wald gefegt ist, zu demonstrieren, verursacht dieses Gebläse mit 93 km/h stark wehende Haare und Kleider bei den Kindern.

Einfache Beispiele zur Verdeutlichung des Wetterverhaltens auf der Erde

Anhand des "Windkraftwerkes" (Mitte rechts) kann das Wetterverhalten gut verdeutlicht werden: Durch die Wärme der Kerze steigt Luft auf. So ist es auch in der Natur: Es kommt zu Luftbewegungen und Feuchtigkeit über den Meeren und den Seen verdunstet. Es entstehen Wolken, die sich als Regen oder Schnee wieder auflösen. Die "Käseglocke" (rechts unten): Die Atmosphäre - eine Schicht aus Gasen - liegt über der Erde wie eine schützende Käseglocke, ohne diese wäre es viel kälter (- 18 ° Celsius, anstatt + 15 ° Celsius im Mittel). Die Temperatur in den Wassergläsern (eines steht unter der Käseglocke) zeigen dies anschaulich.

Wetterstation der Universität Hohenheim im Foyer des Technischen Rathauses Plattenhardt

Die Erfassung von Wetterereignissen erfolgt mittels Wetterstationen.Bei dieser funktionierenden Wetterstation der Universität Hohenheim können Windrichtung und -geschwindigkeit, Niederschlag, Temperatur und Sonneneinstrahlung erfasst werden. Die Daten werden auf den Computer übertragen und können dann ausgewertet werden.

Der dendrochronologische Jahrringkalender der Universität Hohenheim

Der dendrochronologische Jahrringkalender der Universität Hohenheim ist der längste der Welt und reicht bis 12.000 Jahre - an das Ende der letzten Eiszeit - zurück.

Schmale Jahrringe zeigen trockene Sommer und strenge Winter, breite Ringe zeigen feuchte und milde Jahre an. In den letzten 1.000 Jahren hat die durchschnittliche Lufttemperatur um 1,5 ° Celsius zugenommen.

Leben bald Flamingos im Bombachtal?

Leben bald Flamingos im Bombachtal?

Anders als Bäume und Pflanzen sind Vögel sehr mobil und reagieren sehr rasch auf Klimaveränderungen. Es kommt z. B. zu verspätetem Wegzugtermin, früherer Rückkehr in Brutgebiete, gänzlicher Kurswechsel in andere Gebiete oder auch Überwinterung vor Ort.

Lebensraumverluste und erhebliche Auswirkungen auf das Konkurrenzverhalten untereinander sind die Folgen. Eine Prognose beziffert die Artenreduzierung um bis zu 25 Prozent bis 2050 durch den zu erwartenden Klimawandel. Flamingos werden also nicht ins Bombachtal ziehen, sondern hier in Baden-Württemberg in ihrem angestammten Standort in der Wilhelma bleiben.

Nicht nur der Lebensraum der Eisbären wird durch den Klimawandel bedroht

Weltweite Auswirkungen der Klimaveränderungen: Schmelzendes Packeis verkürzt die Jagdzeit und verkleinert den Lebensraum der Eisbären. Das Packeis hat in den vergangenen 20 Jahren um 6 Prozent abgenommen. Prognose: In 30 Jahren ist die Arktis im Sommer eisfrei. Auch unser Süßwasser ist bedroht: 90 Prozent der Alpengletscher wurden in den letzten 100 Jahren durch Abschmelzen auf die Hälfte ihrer Größe reduziert (3/4 unserer Süßwasserreserve bestehen aus Eis und Schnee).

Das Computermodell der Universität Hohenheim simuliert den Temperaturanstieg in den nächsten Jahrhunderten

Wenn man den Ausstoß des Klimagases C02 erhöht, simuliert das Computermodell der Uni Hohenheim wie hoch die Temperatur in den nächsten Jahrhunderten ansteigen wird. Selbst wenn der Ausstoß auf "O" abgesenkt werden würde, wird die Temperatur dennoch weiter ansteigen und sich erst nach vielen Jahren wieder senken.

Ein zukünftiges Szenario: Luft aus Dosen, Tüten oder Sauerstoffflaschen?

Ein Szenario: Wenn die Luft immer schlechter wird, werden wir vielleicht einmal Luft aus Dosen oder Tüten für unterweges dabei haben oder die eigene Sauerstoffflasche im Keller bereit stellen. So, wie es heute normal für uns ist, die Sprudelkiste zuhause zu haben.

Ein Feinstaubmessgerät

Für Feinstaub gibt es seit 2005 einen neuen Grenzwert: 50 µg/m³ (Tages-Mittelwert). Dieser darf pro Kalenderjahr nicht mehr als 35 Mal überschritten werden. Zudem gibt es einen Jahresmittelwert von 40 µg/m³ einzuhalten. Vom 01.01.2006 bis zur Ausstellungeröffnung am 15.03.2006 gabe es aber bereits 15 Überschreitungen!

Für die Überwachung der Luft gibt es verschiedene Messmethoden bzw. -geräte. Das Messgerät für Feinstaub misst die Staubmenge, indem die Luft durch eine Pumpe angesaugt wird. Der Feinstaub bleibt in den Filtern hängen. Diese werden dann vorher und nachher gewogen, so dass man weiß, wie hoch der Gehalt in der Luft war.

Flechten: Die Zeigerorganismen

Flechten,  die Bioindikatoren oder Zeigerorganismen   - eine Symbiose aus Pilz und Algen - zeigen durch ihr Vorkommen oder Nichtvorkommen die Luftgüte an. Anhand der Flechtenkartierung auf der Filderstädter Gemarkung durch die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) wurde festgestellt, dass die Luft in Filderstadt mäßig bis sehr gering belastet ist. Davon sind 10 Prozent als mäßig, 20 Prozent als gering und 70 Prozent als sehr gering einzustufen.

Am besten ist die Luft in den südlichen Ortsteilen Plattenhardt, Bonlanden und Harthausen (Schönbuchrand und höher gelegene Gebiete im Südosten, die zum Harthäuser Sattel gehören).

Wärmedämmung zum Schutz des Klimas

Zum Schutz des Klimas können wir mit verschiedenen Dämmstoffen unsere Häuser "warm einpacken". Denn ein ungedämmtes Haus mit 100 m² Wohnfläche verbraucht circa 3.700 l Öl/Jahr. Im Gegensatz dazu benötigt ein Niedrigenergiehaus nur circa 500 bis 700 l Öl/Jahr. Um es in einem Raum gleich warm zu haben, braucht man: Entweder 100 cm dicken Beton, oder 47 cm Kalksandstein, oder 9 cm Porenbeton,  oder 6,2 cm Holz oder 1,4 cm Polyurethanschaum.

Wärmeerzeugende Oberflächen im Vergleich

Pflastersteine, Asphalt und Grünflächen heizen sich unterschiedlich stark auf. Die Grünfläche heizt sich am wenigsten auf, da die Pflanzen die Wärme nutzen und Wasser verdunsten. Die Unterschiede der wärmeerzeugenden Oberflächen kann man leicht selbst feststellen, wenn man im Sommer über eine Straße oder eine Rasenfläche läuft.

Modell einer Dachbegrünung

Die Zersiedlung nimmt immer mehr zu: Es gibt immer mehr Flächen, die überbaut sind und sich somit stark erwärmen. Diese Wärme wird in die Luft abgegeben, dadurch wird die Erderwärmung und der Klimawandel beschleunigt.

Um dem entgegen zu wirken, kann man z. B. Fassaden und Dächer begrünen. Hier sieht man eine Dachbegrünung im Modell.

Das Thema "Klimawandel" wurde zudem in Veranstaltungen des Umweltschutzreferates im Rahmen des Sommerferienprogrammes 2006 weiter behandelt:
"Klimawandel im Fokus" und "Überlebenskünstler Flechten".