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Filderstadt als Forschungsstandort

RAMONA soll für Ausgleich sorgen

Foto: Thomas Krämer

FILDERSTADT. Andre Raichle kümmert sich seit kurzem um neue Konzepte für Ausgleichsmaßnahmen. Darin sollen verschiedene Aspekte wie Naturschutz aber auch Bodenschutz, Naherholung und Landwirtschaft zusammengebracht werden.

Es gibt nicht viele Kommunen, bei denen unterschiedliche Interessen so direkt aufeinanderstoßen wie in Filderstadt. Die Menschen brauchen Häuser zum Wohnen, Gewerbe und Dienstleister Räume, um ihre Produkte herzustellen und anzubieten. Und natürlich ist eine gute Verkehrsinfrastruktur wichtig. Da sind jedoch auch die Landwirte, die den wertvollen Filderboden bewirtschaften und darauf Lebensmittel für die Versorgung der Bevölkerung produzieren. Und natürlich benötigen Tiere und Pflanzen ihren möglichst naturnahen Lebensraum, den die Menschen wiederum für die Naherholung nutzen.

Insofern ist die Kommune prädestiniert, sich neben dem Verband Region Stuttgart, der Landeshauptstadt selbst, dem NABU Stuttgart, der Flächenagentur Baden-Württemberg sowie zwei Universitäten an dem RAMONA genannten Forschungsprojekt zu beteiligen, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Dieser wohlklingende Name steht für „Stadtregionale Ausgleichsstrategien als Motor einer nachhaltigen Landnutzung“. Ziel des Projekts ist, dass Ausgleichsmaßnahmen nicht mehr wie bisher vorrangig aus der Sicht des Naturschutzes betrachtet, sondern verschiedene weitere Aspekte wie Landwirtschaft, Bodenschutz und Naherholung miteinander verknüpft und nicht mehr getrennt gesehen werden.

Konzepte für Ausgleichsmaßnahmen

Seit wenigen Wochen ist Andre Raichle der für RAMONA zuständige Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung. Der studierte Landschaftsplaner und Landschaftsökologe hat bei der vom Bund finanzierten halben Stelle die Aufgabe, Konzepte für Ausgleichsmaßnahmen zu entwickeln, die sowohl die Bedürfnisse der Naherholung als auch der Landwirtschaft berücksichtigen. „Zu meinen Aufgaben gehören zusätzlich die Weiterentwicklung des Streuobstwiesenschutzes sowie Überlegungen, wie die zerschneidende Wirkung der B27 abgemildert werden kann“, sagt er.

Außerdem wird Raichle untersuchen, ob und wie die bisherigen Ausgleichsmaßnahmen gewirkt haben. „Daraus sollen dann neue Ansätze abgeleitet und erprobt werden, die mitsamt der gemachten Erfahrungen im Rahmen dieses Forschungsprojektes auch anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden sollen“, so Raichle.

Beruf ist Hobby

Für den zweifachen Familienvater ist der Beruf auch gleichzeitig sein Hobby. „Ich bin begeisterter Ornithologe und engagiere mich ehrenamtlich im Natur- und Artenschutz“, sagt der 33-Jährige. So habe er unter anderem bereits an der landesweiten Kartierung der Amphibien und Reptilien teilgenommen und kann seine Kompetenz bestens in seine neue Stelle einbringen. „Das Thema ist spannend“, sagte Raichle. Die Fragen, auf die RAMONA Antworten finden soll, würden in der Praxis beim Konflikt um die Nutzung der Flächen eine immer stärkere Rolle spielen, ist er überzeugt. (tk)