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Christoph Traub reist zu den Feierlichkeiten zum „Remembrance Day“

Gemeinsames Gedenken zum Kriegsende 1918 in Selby

FILDERSTADT. Als Filderstadt 2003 eine Städtepartnerschaft mit der englischen Stadt Selby begann, war die Aussöhnung zwischen Deutschen und Briten ein zentrales Thema. Denn: Beide Länder hatten im 20. Jahrhundert zweimal Krieg gegeneinander geführt. Oberbürgermeister Christoph Traub war es daher ein Anliegen, persönlich zu den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Kriegsendes 1918 nach Selby zu reisen, um den Versöhnungsgedanken der Partnerschaft zu unterstreichen.

Der 11. November - der Jahrestag des Waffenstillstands zwischen Deutschland und den Alliierten - spielt in Großbritannien als „Remembrance Day“ eine äußerst wichtige Rolle. Er ist zwar vergleichbar mit dem deutschen Volkstrauertag, wird dort aber sehr viel größer gefeiert. Eine Delegation der Stadtverwaltung Filderstadt sowie Robert Hertler und Ingrid Albicker von der Deutsch-Britischen Gesellschaft erwartete dieser Tage in Selby ein sehr beeindruckendes Programm. Eindrücke aus Selby: Als Symbol sticht dort vor allem die überall präsente rote Mohnblume (englisch „Poppy“) ins Auge, die an die gefallenen Soldaten erinnern soll. Viele Menschen tragen diese Mohnblume als Abzeichen am Revers. Besonders beeindruckend war in der Filderstädter Partnerstadt ein riesiger Blumenteppich - bestehend aus 58.000 gehäkelten Mohnblumen zur Erinnerung an die Gefallenen. Dieser Teppich erstreckte sich von der Turmspitze der Abteikirche bis auf den Rasen vor dem Sakralbau. Zusätzlich erinnerten Hunderte von kleinen Holzkreuzen an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Selby.

Andrea Faller, Vorsitzende der Britisch-Deutschen Gesellschaft Selby, führte die Gruppe bei strahlendem Novemberwetter durch die Partnerstadt, die vor allem durch Bauwerke des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Die altehrwürdige, riesige gotische Abteikirche stammt hingegen aus dem 13. Jahrhundert. An einem Abend fand in der Abteikirche ein über zweistündiges Gedenkkonzert mit musikalischen Beiträgen der Carlton Main Frickley Colliery Band sowie Textbeiträgen zur Erinnerung an die Gefallenen statt. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung eines dauerhaften Friedens und der Versöhnung. Einen weiteren Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete ein Festgottesdienst zum „Remembrance Sunday“ in der Abteikirche. Auch dort wurde des 100. Jahrestags des Kriegsendes gedacht. Im Anschluss daran folgte die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Im Namen der Stadt Filderstadt legte Oberbürgermeister Christoph Traub einen Kranz aus künstlichen Mohnblumen nieder, gemeinsam mit Vertretern von Selbys französischer Partnerstadt Carentan.

Für das Filderstädter Stadtoberhaupt waren dies „sehr bedenkenswerte und nachdenkenswerte Tage“. Während die große Politik nach großen Gesten sucht, tragen wir als Kommune auch hier im Kleinen unseren Beitrag zur Aussöhnung der Menschen bei – sei es im Austausch, in der Begegnung und im Begründen und Pflegen von persönlichen Freundschaften. „Ein solcher Tag erinnert uns daran, wie wertvoll Frieden ist,“ fasste Traub das Erlebte zusammen. „Dieser Tag erinnert uns daran, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und wir Tag für Tag - auch heute noch - daran arbeiten müssen, den Weltfrieden im Großen wie im Kleinen zu erhalten.“ (ba)