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Filderstadt erhält einen neuen Flächennutzungsplan

Traub: „Ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichti-gen“

 FILDERSTADT. In den kommenden Wochen und Monaten wird sich entscheiden, wie und vor allem wo sich Filderstadt in den nächsten gut 15 Jahren entwickeln wird. Denn im neuen Flächennutzungsplan wird unter anderem geregelt, welche Flächen für den Wohnungsbau und das Gewerbe zur Verfügung gestellt werden können. Rund 46.000 Einwohner hat Filderstadt zurzeit, 48.000 könnten es 2030 sein. „Diese Zahl wird beim neuen Flächennutzungsplan zu Grunde gelegt, auch wenn die aktuelle Entwicklung stärker ist als prognostiziert“, sagt Oberbürgermeister Christoph Traub. Das Statistische Landesamt geht mittlerweile sogar von etwas mehr als 50.000 Einwohnern im Jahr 2030 aus.

„Wir wissen, dass die zur Verfügung stehende Fläche endlich ist“, sagt das Filderstädter Stadtoberhaupt. Die Stadtverwaltung sei sich des Schutzguts Boden bewusst, ergänzt Traub. Und nicht nur die Flächen für die Landwirtschaft gilt es, in diesem Abwägungsprozess zu berücksichtigen. Der Rathauschef will auch gesellschaftspolitische Aspekte bei den anstehenden Diskussionen und Entscheidungen berücksichtigen und spielt damit auf den demographischen Wandel an. „Noch haben wir eine hohe Geburtenzahl, aber in absehbarer Zeit werden mehr als 40 Prozent der Menschen in Filderstadt das Alter erreicht haben, in dem sie nicht mehr arbeiten müssen“, so Traub. Auch der Fernbahnhof am Flughafen wird einen Einfluss auf die Stadtentwicklung haben. „Die gute Erreichbarkeit im Nah- und Fernverkehr wird uns unter Druck setzen“, ist sich der Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang sicher. Für ihn ist es wichtig, dass sowohl ökonomische, ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden „und am Ende eine gute Schnittmenge gefunden wird“, wie Traub betont.

Räumliches Leitbild als Rahmen

Vor gut einem Jahr hatte der Gemeinderat das „Räumliche Leitbild“ verabschiedet. „Darin wurde die Entwicklung Filderstadts gewissermaßen aus der Hubschrauberperspektive betrachtet“, gibt der Oberbürgermeister ein anschauliches Bild. Nun gehe es von dieser abstrakten auf die konkrete Ebene. Das Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung hat zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Reschl/Pesch in einem arbeitsintensiven Prozess 54 Flächen im Stadtgebiet herausgearbeitet, auf denen eine Bebauung möglich ist. Zusätzlich wird vom Umweltschutzreferat der Stadt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft GÖG/Mändle der Landschaftsplan 2030 erarbeitet, der Leitlinien für eine umweltgerechte und nachhaltige Entwicklung des Freiraums enthalten wird. Darin werden Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der naturverträglichen Erholungsvorsorge näher beleuchtet. 

Unterschiedliche Szenarien

Das Statistische Landesamt geht davon aus, dass auf jedem Hektar neuen Baulands 70 Menschen wohnen können. Folgt man der Hauptvariante, dann benötigt Filderstadt bis zum Jahr 2030 knapp 19 Hektar zusätzliche Flächen im Außenbereich, um die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt zu decken. Gut elf Hektar sollen innerörtlich aus Baulücken kommen. Wie schwierig Prognosen sind, zeigen andere Annahmen, deren Werte für den gesamten Flächenbedarf für Wohnen zwischen null und 86 Hektar liegen, wobei der Verband Region Stuttgart von 61 Hektar ausgeht. Das Gewerbe benötigt je nach Szenario zwischen knapp 20 und gut 72 Hektar, wobei in der Hauptvariante von 44 Hektar ausgegangen wird. Als Potenzial an Flächen für den Wohnungsbau geht die Arbeitsgemeinschaft Reschl/Pesch von knapp 50 Hektar aus, beim Gewerbe von 77 Hektar.

54 Flächen für Bebauung geeignet

„Aus den Suchräumen des Räumlichen Leitbilds heraus, haben wir 54 Flächen herausgearbeitet, die für eine Bebauung geeignet wären“, sagt Mira Irion vom Amt für Stadtplanung und Stadtentwicklung. Diese seien überprüft worden, ob sie aus städtebaulicher und ökologischer Sicht geeignet wären. Auch die Einschränkungen aus dem Landesentwicklungsplan sowie dem Regionalplan Stuttgart seien berücksichtigt worden und im Vorentwurf zum FNP 2030 zusammengeführt. „Dieser Vorentwurf stellt nun die Grundlage für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und aller für die räumliche Entwicklung Filderstadts maßgebliche Akteure dar“, so Matthias Schneiders, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Stadtentwicklung. Für Reinhard Molt ist das einen Aktenordner dicke Werk eine Handreichung für Gemeinderat und Öffentlichkeit. Darin gibt es zu jeder Fläche einen Steckbrief mit den wichtigsten Daten zur Fläche, der städtebaulichen und ökologischen Bewertung sowie einer Empfehlung. „Der Flächennutzungsplan ist mitnichten schon fertig“, betont der Baubürgermeister. Vielmehr stehe man gerade einmal am Start. Das zeigen auch die nächsten Sitzungen und Veranstaltungen, bei denen der Flächennutzungsplan 2030 behandelt wird (siehe Kasten). Und Traub fügt hinzu: „Der Flächennutzungsplan schafft noch kein Baurecht, zumal Flächen aus dem bestehenden Plan zur Verfügung stehen“. Er geht davon aus, dass der Flächennutzungsplan 2030 im Frühjahr 2019 vom Gemeinderat beschlossen wird. Zuvor soll mit den Bürgern, Vereinen und Institutionen darüber diskutiert werden, wie und wo sich Filderstadt entwickeln soll – „öffentlich und transparent“, wie Traub betont.

Terminplan für den Flächennutzungsplan 2030:

  • 16. April 2018, 18 Uhr, Vorstellung im Gemeinderat im Bürgerzentrum in Bernhausen
  • 18. April 2018, 19 Uhr, Vorstellung im Jugendgemeinderat im Kinder-, Jugend und Kulturzentrum „Z“ in Bernhausen
  • 19. April 2018, 19.30, Uhr Auftaktveranstaltung zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung im Bürgerzentrum in Bernhausen.

Die fachlichen Unterlagen sind bereits jetzt schon auf der städtischen Homepage unter: www.filderstadt.de abrufbar. (tk)