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Ortsgeschichte zum 750. Geburtstag erschienen

Plattenhardt: Von Pfarrern, Pionieren und der Pest…

FILDERSTADT. Plattenhardt bleibt geheimnisvoll, sagenumwoben und spannend… Dass die Namen Eduard Mörike, Jacob Brodbeck, Domberger oder der Porsche Tennis Grand Prix eng mit dem Stadtteil verknüpft sind, hat sich längst herumgesprochen. Wer kennt aber die Geschichten rund um die Steinkreuze, den Triefbrunnen, den Pfaffenweg, die Wolfwiese oder das Teufelsgässchen? Ebenso wissen nur wenige um den „bösen Mann vom Schnecken“, die „Edelfrau vom Schopf“ oder den „Haugeist“? Stimmt es, dass Sophie Rinker eine der ersten Lehrerinnen in Württemberg war, viele Plattenhardter einst als Maurer ihren Lebensunterhalt in Stuttgart verdienten und der Ortsteil über den reichsten Obstschatz Filderstadts verfügt? Etwaige lokale „Bildungslücken“ schließt der 24. Band der Filderstädter Schriftenreihe zur Geschichte und Landeskunde. Er erscheint anlässlich des 750. Geburtstags des Stadtteils im kommenden Jahr. Der Verkauf startet am 6. Dezember 2018.

„Plattenhardt hat - nicht nur ortshistorisch - viel zu bieten“, sagt einer, der es wissen muss: Dr. Nikolaus Back. Filderstadts Stadtarchivar hat gemeinsam mit einer Reihe von Gastautoren ein umfangreiches Werk erarbeitet, das zum 750-jährigen Bestehen des Stadtteils die 750-Seiten-Marke nur knapp unterschreitet. Dessen Titel: „Plattenhardt – eine Ortsgeschichte“. Auch Oberbürgermeister Christoph Traub ist von dem neuesten Band der Filderstädter Schriftenreihe begeistert:„Das Buch ermöglicht eine spannende Reise durch die wechselvolle Geschichte von Plattenhardt, die von der Jungsteinzeit bis in unsere Tage reicht und viele Facetten dieses Stadtteils aufzeigt.“ Diese besondere Chronik eines Ortes sei, so das Stadtoberhaupt, weit mehr als „nur“ die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart. Sie habe auch ein Stück weit etwas „mit der Schaffung von Heimat“ zu tun.

Erste Erwähnung 1269

1269 wurde Plattenhardt erstmals erwähnt – und zwar auf einer Schenkungsurkunde. Das Kloster Bebenhausen erhielt zu dieser Zeit einen Hof in Leinfelden. Und der Ritter Diepold von Plattenhardt trat damals als Zeuge auf – was schriftlich festgehalten wurde. Fast 750 Jahre sind seither vergangen – ein feierlicher Anlass für das Festjahr 2019 und einen aktuellen Band der Filderstädter Schriftenreihe. Der Gemeinderat hat das Stadtarchiv mit der Erstellung einer neuen Ortsgeschichte beauftragt. Gesagt, getan. Nach zweijähriger intensiver Arbeit erscheint das neue 720 Seiten und 700 Abbildungen starke Buch in einer Auflage von 1.500 Stück am 6. Dezember 2018. Der Preis: 24 Euro. Erhältlich ist das Werk im Bunten Bücherladen (Bernhausen), der Buchhandlung Oesterlin und der Uhlberg-Apotheke (Bonlanden), der Mörike Apotheke und Optik Bollmann (Plattenhardt) sowie in der Apotheke in Harthausen.

Die Filderstädter Schriftenreihe zur Geschichte und Landeskunde gibt es seit 30 Jahren. Die Ortsgeschichte von Plattenhardt füllt nun den 24. Band, der vor Ort gedruckt wurde. Bereits zum 700. Geburtstag des Stadtteils erschien ein Buch, das allerdings längst vergriffen ist. Die aktualisierte und stark erweiterte Neuauflage ist der bisher umfangreichste Band der Sammlung. Das Titelbild ziert eine Zeichnung des allseits bekannten Schriftstellers Eduard Mörike, der als Vikar in Plattenhardt verweilt hat. Auf der Rückseite ist ein Luftbild Reiner Enkelmanns abgebildet.

Jede Menge Wissenswertes

Zum Inhalt des 24. Bands: Das Werk enthält unter anderem folgende Themen – die Geologie, die vormittelalterliche Besiedlung der Gemarkung, das Mittelalter, die frühe Neuzeit (Dreißigjähriger Krieg, Landwirtschaft, Handwerk, Wald, Auswanderung, Kirchenbau, Dorfschule, Bauten,…), das 19. Jahrhundert (Hungersnot, Eduard Mörike, die Revolution 1848/49), Auswanderung nach Amerika, der Flugpionier Jacob Brodbeck, Plattenhardts Sagen, das Kaiserreich, „D’ Fuiewehr vo‘ Plattahardt“,…), die Jahre 1914 bis 1945 (Erster Weltkrieg, die wilden 20er Jahre, die Zeit des Nationalsozialismus‘, Zweiter Weltkrieg), Wirtschaft, Kultur und Infrastruktur im 19. und 20. Jahrhundert (Schultheißen, Handwerk, Handel, Mühlen, Gaststätten, Uhlbergturm, Landwirtschaft, Obstbau, Wald, Kirchen, Schulwesen, Sophie Rinker, Kindergarten „Marienpflege“,…), Plattenhardt seit 1945 (Vereinsring, Kultur, Siebdruck Domberger, Theaterbühnen, Porsche Tennis Grand Prix,…).

Voller Stolz erzählt Nikolaus Back darüber hinaus von einem Kapitel, das sich der Datierung von Plattenhardter Häusern widmet, die aus den Jahren 1500 bis 1800 stammen. „Durch die Untersuchung der Jahresringe können die Gebäude jahrgenau bestimmt werden.“ So wisse man heute unter anderem, dass das Plattenhardter Pfarrhaus 1740 erbaut worden sei.

Plaudert aus dem Nähkästchen

Der neue Band plaudert aus dem „Nähkästchen“ der Plattenhardter Ortsgeschichte. Die Leser erfahren in Schrift und Bildern jede Menge über die Architektur aus den 20er Jahren (Domberger, Kronensaal,…), die Pest im Flecken, den ältesten Kindergarten in Filderstadt („Marienpflege“), den Charme des Stadtteils als Wohnquartier mit Naherholungsqualitäten, den ersten Dorffotografen und vieles mehr. „Plattenhardt – eine Ortsgeschichte“ ist nicht nur ein ideales Weihnachtsgeschenk für Plattenhardter und alle übrigen Filderstädter… (sk)