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Stadträtinnen werben für Frauen in der Politik

„Engagement lohnt sich“

Foto: Thomas Krämer

FILDERSTADT. Am 26. Mai 2019 sind in Baden-Württemberg Kommunalwahlen. Auch in Filderstadt werden dann die neuen Stadträtinnen und Stadträte gewählt. Mit einer gemeinsamen Initiative wollen die amtierenden Stadträtinnen erreichen, dass der Frauenanteil im Gemeinderat steigt.

Frauen sind im Gemeinderat deutlich unterrepräsentiert. Gerade einmal elf der insgesamt 32 Mitglieder des Gremiums sind Frauen – rund ein Drittel. „Die kommunalpolitische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen ist mir“, so Frau Dr. Susanne Omran, Leiterin des Referats für Chancengleichheit, „eine Herzensangelegenheit“. Im Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts wird es Zeit für paritätische Gremiumsbesetzungen. Sie unterstützt deshalb eine Initiative der Filderstädter Stadträtinnen, die fraktionsübergreifend am 26. Januar 2019 bei einem kleinen Imbiss und Getränken Frauen für ein Amt in der Kommunalpolitik begeistern wollen.

„Es lohnt sich“, sagt Cornelia Olbrich, die bereits 2004 ihren Platz am Ratstisch eingenommen hat. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD war damals bereits ehrenamtlich engagiert und von verschiedenen Fraktionen angesprochen worden, ob sie nicht für den Gemeinderat kandidieren wolle. Sie macht jedoch keinen Hehl daraus, dass es anfangs nicht immer einfach gewesen sei. „Ich bin gefragt worden, ob ich mir das zutraue“, erinnert sie sich und ergänzt, dass man diese Frage wohl keinem Mann stellen würde.

Grundgesetz stellt Frauen und Männer gleich

Etwas einfacher war es nach eigenen Worten für Ute Weinmann. Sie kandidierte 2009 für die Freie Frauenliste, die später mit den Grünen zusammenging – wegen Frauenunterrepräsentanz. Dr. Monika Strobel interessierte sich über persönliche Kontakte für das Gremium und rückte vor drei Jahren für Karlheinz Bopp nach. „Frauen haben allen Grund, sich einzubringen, denn laut Grundgesetz sind Frauen und Männer gleichgestellt“, sagt die CDU-Stadträtin. Sogar seit 21 Jahren hat Rosemarie Gädeke ihren Platz im Gremium, nachdem sie zuvor schon im Stadtverband der Freien Wähler aktiv war und dann einen guten Listenplatz bekam. Sie fühlt sich als Frau akzeptiert, musste sich am Anfang die Frage anhören, wer denn jetzt die Hemden bügle, wenn sie im Gemeinderat sei.

Das verantwortungsvolle Amt fordert Einsatz, darüber sind sich die Frauen im Klaren. „Die Vielfalt der Themen hat genauso zugenommen wie deren Komplexität“, so die Erfahrung Weinmanns. Man muss sich also einarbeiten können in die verschiedenen Sachverhalte, die im Gremium behandelt werden. Und dafür ist eines notwendig: Zeit – und das über die eigentlichen Sitzungstermine hinaus. „Man muss sich außerdem eine gewisse Robustheit aneignen“, sagt Strobel, die außerdem Geduld und Akzeptanz als hilfreich erachtet. Gädeke schließlich hat die Erfahrung gemacht, dass man Mitstreiter finden müsse, um etwas zu erreichen.

Neue Erfahrungen sammeln

Das Engagement im Gemeinderat zahlt sich aus, darüber sind sich die Frauen einig. „Man lernt viele andere Menschen und andere Lebensbereiche kennen“, zieht Strobel ihr persönliches Fazit. „Man lernt, vor Publikum zu sprechen, bekommt außerdem Routine in Diskussionen“, so Gädeke. Und ihre Kollegin Weinmann sieht es als persönliche Bereicherung, dass man sich mit den verschiedensten Themen auseinandersetzen müsse.  

Und auch politisch haben die Frauen einiges erreicht. „Der Ausbau der Kinderbetreuung gehört auf jeden Fall zu unseren gemeinsamen Erfolgen“, sagen die Stadträtinnen und erwähnen auch den Verein „Frauen helfen Frauen“, den sie unterstützen. „Wir sollten uns überall einmischen“, ist Olbrich überzeugt. Schließlich seien Frauen, wie Strobel ergänzt, gute Führungskräfte.

Info

„Frauen nach vorn“ heißt die Veranstaltung, zu der die Filderstädter Stadträtinnen fraktionsübergreifend am 26. Januar, um 10.30 Uhr in die Klescherei (Domberger-Gebäude) in Plattenhardt an der Uhlbergstraße 36 bis 40 einladen. Bei einem Imbiss und Getränken wollen die Stadträtinnen dafür werben, dass sich Frauen mehr in die Politik einmischen. Weitere Infos telefonisch unter: 0711/48962851 oder per Mail: kommunalwahl-2019@t-online.de.