Bürgeramt Bernhausen, S-Bahnhof

Kontakt

Pressestelle
Aicher Straße 9
70794 Filderstadt
Telefon (07 11) 70 03-3 06
Mobiltelefon
Fax (07 11) 70 03-3 45

Öffnungszeiten

Frau Köhler
Telefon (07 11) 70 03-2 28
Fax (07 11) 70 03-3 45
Frau Hoff
Telefon (07 11) 70 03-3 88
Fax (07 11) 70 03-3 45
Frau Veil
Telefon (07 11) 70 03-3 06
Fax (07 11) 70 03-3 45

Sozialer Dienst Filderstadt: Wegbegleiter in Lebenskrisen

Ein „Job“ im Dienste der Menschen

FILDERSTADT. Es kann jeden treffen: der Verlust des Arbeitsplatzes, der Wohnung, eines geliebten Menschen, eine schwere Erkrankung, eine Behinderung, Trennung, Scheidung. Nicht jeder erholt sich von schweren Schicksalsschlägen. In diesen und vielen anderen Krisensituationen sind sie Weggefährten, Lebensbegleiter - für manche sogar der „letzte Anker“. Die Rede ist von den Mitarbeitern des Sozialen Dienstes der Stadtverwaltung Filderstadt.

Sie hören zu, sie suchen (gemeinsam mit den Klienten) nach Lösungen, sie vermitteln Unterstützung – beziehungsweise Kontakte zu Netzwerkpartnern und Fachdiensten. Und die Hilfesuchenden können sich gewiss sein: „Wir nehmen alle Menschen und ihre Sorgen ernst“, sagt Abteilungsleiterin Heike von Broock. Gemeinsam mit ihren Kollegen Jeanette Widmann-Birk, Peter Fricker und Irena Hörz bildet sie den Sozialen Dienst Filderstadt.

 Die vier „guten Geister“ gehören seit 2017 in das damals neu gegründete städtische Amt für Integration, Migration und Soziales. Sie begleiten und beraten alle Filderstädter Bürger ab 18 Jahren in schwierigen Lebenslagen – und dies kostenlos und natürlich streng vertraulich. „Wir pflegen eine KOMM-Struktur“, erklärt Barbara Scheubert. Im Klartext bedeute dies, so die Amtsleiterin, dass die Hilfesuchenden die Sozialarbeiter im Verwaltungsgebäude an der Martinstraße 5 (erster Stock) in Bernhausen aufsuchen können. Bei Bedarf (Gehbehinderung, Erkrankung oder anderes) seien aber auch Hausbesuche möglich.

Dem nicht genug. In diesem Zusammenhang weist Barbara Scheubert zudem auf einen neuen Service des Sozialen Dienstes hin: „Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat bietet Heike von Broock Sprechzeiten im Quartiersladen an der Sielminger Hauptstraße 40 an.“ Interessierte könnten einen Termin vereinbaren (Telefon: 0711/7003-360; E-Mail: hvonbroock@filderstadt.de) oder einfach zu den Beratungszeiten (14 bis 16 Uhr) vorbeischauen. Jeden dritten Dienstag im Monat steht Jeanette Widmann-Birk, (Telefon: 0711/7003-360, E-Mail: jwidmannbirk@ filderstadt.de) von 10 bis 12 Uhr für Fragen und Expertenrat im Quartiersladen zur Verfügung.

Ziel: „Hilfe zur Selbsthilfe“

Das Aufgabenfeld des Sozialen Dienstes ist sehr vielseitig und breit gefächert. Heike von Broock erklärt: „In unseren Beratungsgesprächen schauen wir besonders auf die Stärken und Fähigkeiten unserer Klienten. Wir unterstützen die Betroffenen (jeden Alters, Berufs und aus allen gesellschaftlichen ,Schichten‘), die für sie bestmögliche Lösung zu finden – so verstehen wir Hilfe zur Selbsthilfe.“ Und ihre Kollegin Jeanette Widmann-Birk ergänzt: „Wir lassen die Verantwortung für ihr Leben ganz bewusst bei den Klienten.“

Mit welchen Sorgen suchen Menschen in Notlagen den Sozialen Dienst auf? Schwerpunktthemen sind unter anderem: Finanzen (auch Schulden), Wohnen (Kündigungen, Räumungsklagen, Mietrückstände), Krankheit/ Behinderung/Pflege/Suchterfahrung, soziale Konflikte (inklusive häusliche Gewalt). „Das Leben kann in vielerlei Hinsicht durcheinander geraten“, weiß Irena Hörz aus langjähriger Berufserfahrung zu berichten. Bei manchen Klienten reichten zwei oder drei Beratungstermine aus. Andere würden über Jahre hinweg vom Team begleitet. Die Assistentin weist darauf hin, dass der Soziale Dienst keine Wohnungen vermitteln könne (Zuständigkeit liege bei der städtischen Gebäudeverwaltung) und dass Menschen mit Fluchterfahrung von den Kollegen des Integrationsmanagements aus der Abteilung Integration und Migration betreut würden.

Soziale Beratung von Obdachlosen

Neben den allgemeinen Hilfestellungen für alle erwachsenen Bürger in den Räumlichkeiten an der Bernhäuser Martinstraße 5 liegt ein weiterer Arbeitsschwerpunkt in der Beratung von Obdachlosen. Deren Zielsetzung: die Rückgewinnung der finanziellen, sozialen und persönlichen Selbständigkeit sowie die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Barbara Scheubert: „Derzeit verfügt die Stadt Filderstadt über acht Obdachlosenunterkünfte.“ Dort seien, so die Amtschefin, knapp einhundert Personen – darunter etwa 20 Kinder – in Einzel-, Zwei-, Drei- oder Vierbettzimmern untergebracht. Eine Vor-Ort-Beratung finde zweimal pro Woche in der Obdachlosenunterkunft auf der Gutenhalde in Bonlanden statt.

Heike von Broock betont, dass die Gründe für unfreiwillige Obdachlosigkeit vielfältiger Natur seien. Sie nennt unter anderem: Mietschulden und Zwangsräumungen, Arbeitslosigkeit, Sucht und andere Erkrankungen. Auch Trennung, Scheidung oder häusliche Gewalt könnten, so die Abteilungsleiterin, zu Wohnungsverlust führen. Und Barbara Scheubert erinnert: „Wohnen ist ein elementares Grundbedürfnis und der zentrale Zugang zu einem menschenwürdigen Leben.“ Der Verlust des Zuhauses habe für die Betroffenen oftmals verheerende Folgen – er stigmatisiere, grenze aus und mache krank. Die Liste der zahlreichen Aufgabengebiete des Teams ergänzen beispielsweise der „Montagstreff“ (Gruppenangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen), das Programm Kinder- und Familienbildung (kurz KiFa) im „Kindergarten auf der Burg“ in Bernhausen sowie im „Wielandkindergarten“ in Sielmingen (Eltern werden dort in ihren Bildungs- und Erziehungskompetenzen gestärkt und in den Lernprozess ihrer Kinder aktiv eingebunden), die Organisation und Durchführung der traditionellen Weihnachtsspendenaktion der Stadt Filderstadt sowie die Teilnahme am jährlichen Sommerferienprogramm für Kinder.

Stürzen ja, Liegenbleiben nein 

Jeder Mensch könne, so das Team des Sozialen Dienstes, im Laufe seines Lebens aus der Bahn geworfen werden – sprich (ab-) stürzen. Wichtig sei dabei nur, sich wieder aufzurappeln und aufzustehen. Das Versprechen des städtischen „Quartetts“: „Wir helfen dabei auch!“. Heike von Broock fügt hinzu: „Hilfe anzunehmen, ist keine Schande. Im Gegenteil: Dies ist ein Zeichen von Stärke und zeigt, dass man wieder selbst Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt.“ Wenn man ein Bein gebrochen habe, gehe man doch auch zum Arzt. „Außerdem muss man sich nicht in allen Fachgebieten auskennen. „Dafür haben wir im Amt unsere Fachleute“, ergänzt Barbara Scheubert und macht Mut, das städtische Hilfsangebot bei Bedarf in Anspruch zu nehmen. Im Falle anfänglicher Scheu könnten Interessierte natürlich auch einen ersten Kontakt per Telefon: 0711/7003-360 oder E-Mail: sozialerdienst@filderstadt.de suchen, schlägt die Amtsleiterin vor.

Das Beratungsteam des Sozialen Dienstes besteht aus erfahrenen Sozialpädagogen, die professionelle Arbeit leisten. Heike von Broock: „Ja, wir fühlen mit, wir leiden aber nicht mit.“ Dennoch berührt so mancher harte Schicksalsschlag auch die Experten. Deren Job hat sicherlich auch schmerzliche Seiten. Warum also gerade dieser Beruf und kein anderer? „Ganz einfach“, sagt Peter Fricker – auch im Namen seiner Kolleginnen - „weil wir gerne mit und für Menschen arbeiten wollen…“ (sk)