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Totengedenkfeier 2020

„Schwere Zeiten überwinden – gemeinsam Frieden wahren“

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie kann die Totengedenkfeier 2020 nicht wie in den letzten Jahren stattfinden. Um den Volkstrauertag trotzdem angemessen zu würdigen, hat die Stadtverwaltung ein alternatives Konzept entwickelt.

In diesem Jahr wird es eine Themenwoche unter dem Motto „Schwere Zeiten überwinden – gemeinsam Frieden wahren“ geben. Der Gedanke dahinter: Viele Menschen denken (vielleicht auch aufgrund der aktuellen Situation) über frühere oder aktuellere Krisen nach und haben diese unterschiedlich erlebt. Die Gedanken sollen von Organisationen, Kirchen, Vereinen und Gemeinderäten in der Themenwoche aufgegriffen werden.

Vom 9. bis 15. November werden hier tägliche Beiträge (Texte, Videos, Bilder…) und in den sozialen Medien der Stadt (Facebook und Instagram) veröffentlicht. Den Abschluss der Woche wird Oberbürgermeister Christoph Traub mit einem Videobeitrag am 15. November 2020 machen.

Totengedenken: Videobotschaft des Oberbürgermeisters

2020 spricht Christoph Traub über das derzeit allgegenwärtige generationenübergreifende Misstrauen vor Ort wie in der Welt – aber auch über den Wunsch vieler nach Sicherheit und Halt. Seine Überzeugung: „Wenn wir uns gemeinsam gegen das, was uns Menschen möglich ist, gegen Unfrieden, Terror und Gewalt einsetzen, tragen wir Sorge dafür, dass das Gute nicht stillsteht.“ Und Filderstadts Stadtoberhaupt stellt klar: „Auch wenn die Welt den Verstand verliert ... dass das Hier unberührt und sicher bleibt, dass nichts passiert, kann uns allen nur gemeinsam gelingen. Mehr denn je braucht es den Beitrag von jeder und jedem einzelnen.“ Die komplette Ansprache finden Interessierte unter folgendem Link: Ansprache zum Volkstrauertag (65,1 KB)

Freie Wähler Fraktion

Schwere Zeiten überwinden – gemeinsam Frieden bewahren

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

WIR MITEINANDER lautete das Motto des diesjährigen Tags der Deutschen Einheit. Dass ein WIR zu einem MITEINANDER wird, versteht sich nicht von selbst. Und dass ein WIR ein MITEINANDER ist und bleibt, braucht Menschen, die sich für ein solches MITEINANDER engagieren.

WIR MITEINANER, dieses Motto passt jedoch auch zu einem Tag wie dem Volkstrauertag, an dem wir an die Schrecken zweier Weltkriege und deren Opfer, aber auch an die Opfer des menschenverachtenden nationalsozialistischen Regimes erinnern. Der Rückblick auf die unsagbaren Schrecken der beiden Weltkriege, die Erinnerung an die unsägliche Vernichtung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Glaubensüberzeugung, ihrer Fähigkeiten oder ihres Lebensstil zeigt: Aus einem WIR MITEINDER kann schnell ein WIR GEGENEINANDER werden. Und der Rückblick in die Geschichte zeigt auch, wie schnell aus einem WIR MITEINANDER ein WIR NEBENEINANDER und dann ein WIR GEGENEINANDER werden kann.

Frieden ist ein hohes, aber auch zerbrechliches Gut. Er braucht den beherzten Einsatz eines WIR MITEINANDER für ein WIR MITEINANDER. Ausgrenzungen, Verleumdungen und Verunglimpfungen von Anfang an auch in unsrer Gegenwart in aller Entschiedenheit zu wehren, hilft das WIR MITEINANDER zu bewahren. Sich nicht in einer wohlgefälligen Selbstbestätigungsblase zurückziehen, sich nicht ein einer Eigenwelt abschotten, in der nur die eigene Überzeugung zählt, hält offen für Austausch und Begegnung im Sinne eines WIR MITEINANDER – in Filderstadt, in Deutschland, in Europa, in der ganzen Welt.

Gerade die Herausforderungen der Covid 19 Pandemie in diesem Jahr haben gezeigt, wie schwere Zeiten durch ein WIR MITEINANDER auch ein FÜR MITEINANDER sind. EINANDER wahrnehmen in den Überzeugungen und Bedürfnissen, EINANDER unterstützen in den Herausforderungen und Bedarfen, sich UMEINANDER kümmern, FÜREINANDER dasein, EINANDER (Be)Achtung und Respekt schenken bei aller Unterschiedlichkeit – daraus, daran kann ein WIR MITEINANDER wachsen und Frieden bewahrt bleiben.

Auch das MITEINANDER in Filderstadt lebt von einem solchen WIR MITEINANDER. Das hohe ehrenamtliche Engagement ist ein kostbarer Schatz, den es zu bewahren gilt. Der Austausch MITEINANDER, die Begegnung MITEINANDER, all das lässt erfahren, dass Verschiedenheit bereichernd sein kann und ist und einem GEGENEINANDER wehrt.

Um das WIR MITEINANDER zu fördern sind wir AUFEINANDER angewiesen. Um das WIR MITEINANDER zu pflegen müssen wir EINANDER zuhören, AUFEINANDER hören, MITEINANDER Kontakte pflegen und sprechen – nicht ÜBEREINANDER oder DURCHEINANDER, gerne aber auch kontrovers im Austausch unterschiedlicher Sichtweisen und Meinungen.

WIR MITEINANDER sind Filderstadt. Keine Person soll vergessen sein oder gar ausgegrenzt. Im Gegenteil: Ein solches WIR MITEINANDER engagiert sich dafür, dass möglichst alle dazugehören, jede und jeder auf eigene Weise, damit kein beziehungsloses NEBENEINANDER entsteht. Ein solches WIR MITEINANDER grenzt niemanden aus. Im Gegenteil: Es grenzt sich ab gegen Ausgrenzung und wehrt entschieden der Gefahr eines GEGENEINANDERS

WIR MITEINANDER, daran erinnert der Volkstrauertag und hält damit die wichtige Erinnerung wach, dass es dieses WIR MITEINANDER aktiv und immer wieder neu zu gestalten gilt – in unserer unmittelbaren familiären Umgebung, in unserer Nachbarschaft, in Filderstadt, in unsrem Land, weltweit. Helfen WIR MITEINANDER zusammen, dass aus GEGENEINANDER und NEBENEINANDER ein MITEINANDER und FÜREINANDER wird – WIR in Filderstadt. Ein solches WIR MITEINANDER war und ist die Grundlage, auch schwere Zeiten zu überwinden und Frieden zu bewahren. Sich daran zu erinnern, ist gut – nicht nur am Tag der Deutschen Einheit oder einem Volkstrauertag.

Stefan Hermann, Freie Wähler Fraktion Filderstadt

Musikverein "Frei-weg" Plattenhardt

Vereinsring Bonlanden

Üblicherweise stehen wir um diese Zeit auf dem Friedhof, um uns unserer Toten, der von uns Gegangenen zu erinnern. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Die Corona-Zeiten lassen uns bewusster werden. Wir kommen intensiver zum Nachdenken über unser Leben, über unser Sein und das unserer Mitmenschen. Wir erkennen, dass es neben dem Systemrelevanten - das ist das, was unser Leben erhält - auch noch andere Bereiche gibt, die ebenso notwendig sind. Nämlich: wie wir leben.

Dazu gehören ein soziales Netzwerk und Freundschaften, die gepflegt werden müssen, Solidarität mit Nachbarn und Menschen in unserem Umfeld, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, die Suche nach Übereinstimmung, Wertschätzung und Vertrauen. Und ja, auch Unangenehmes, wie Masken und Beschränkungen in Kauf zu nehmen, um andere zu schützen. Dies zu leben kann (und sollte) unser aller Beitrag sein zu einem friedlichen Miteinander - auch in schweren Zeiten.
 

Joachim Gädeke, Vereinsringsvorsitzender Bonlanden

CDU-Fraktion

SPD-Fraktion

Mut und Tatkraft helfen weiter

Wollen wir uns von Ängsten einschüchtern und erdrücken lassen? Das wäre die schlechteste Variante auf Situationen zu reagieren, die in der Tat existentiell als bedrohlich wahrgenommen werden. Viele von uns haben bereits schreckliche Erfahrungen durchstehen müssen – und stets hatten sie Ursachen. Dabei ist die Erfahrung geradezu unerträglich, machtlos ausgeliefert zu sein und handlungsunfähig miterleben zu müssen, wie Schreckliches geschieht.

Nicht alles haben wir Menschen im Griff! Aber sehr viel!

Wir können auf der Grundlage unserer Erfahrungen und unseres Wissens sehr viel bewirken, wenn wir uns bewusst machen, welche Denk- und Verhaltensweisen immer wieder grässliche Folgen haben und wie diese Katastrophen verhindert werden könnten.

Erfahrungen sammeln wir nicht nur durch eigene Erlebnisse, sondern auch durch die Geschichte unserer Vorfahren und unseres Landes. Das gilt für Erkenntnisse, die zu positiven Entwicklungen geführt haben oder in Katastrophen mündeten

Wir Sozialdemokraten haben viele dramatische Situationen der Unterdrückung und Verfolgung überstanden und hatten doch - trotz vielfacher Rückschläge - immer wieder die Kraft und den Mut, erneut aufzustehen und für die Menschenrechte, für das Recht auf Leben und Freiheit zu kämpfen. Am besten gelang das immer im solidarischen Handeln.

Die aus der Zeit der Aufklärung stammende Devise „Liberté, Egalité, Fraternité“ (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) hat in ihrer Richtigkeit nichts eingebüßt! Sie wurde aber immer wieder diskreditiert durch den Verrat an diesen Grundsätzen von selbsternannten Despoten.

Wer andere diskriminiert, unterdrückt, schindet, ermordet, weil er glaubt, über ihnen zu stehen, hat den Gedanken der Aufklärung und der Menschenrechte nicht verstanden.

Schwere Zeiten zu überwinden und den Frieden zu wahren kann nur gelingen, wer seine Mitmenschen als gleichberechtigte Personen anerkennt, respektiert und bereit ist, sie zu schützen. In unserer Gesetzgebung findet sich nicht umsonst die Aufforderung zur Hilfeleistung für Hilfebedürftige. Unsere Gesetze gehen sogar über das Postulat der christlichen Nächstenliebe hinaus: So wird im Strafgesetzbuch §323c sanktioniert, wer diese Hilfeleistung unterlässt, wenn sie angesagt ist.

Immer, wenn diese Grundlagen der Menschlichkeit verletzt und mit Füßen getreten wurden, endete dies in Verfolgung, Unterdrückung, Gewalttätigkeit, ja in Kriegen. Um dieses Wissen wach zu halten, begehen wir in jedem Jahr am 01.09. den Antikriegstag*) und organisieren um den geschichtsträchtigen 09. November herum eine Veranstaltung „Wider das Vergessen!“

Dem amerikanischen Philosophen George Santayana (1863-1952)wird das Zitat zugeschrieben: "Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ Der Volkstrauertag fordert uns nicht auf, tränenäugig die Köpfe hängen zu lassen! Dieser Gedenktag fordert uns auf, handlungsbereit zu sein, die Menschenrechte zu wahren. Das gilt übrigens auch bei einer Pandemie! Verschwörungstheorien helfen nicht, sie schaffen Hass und kreieren Not.

Walter Bauer, SPD-Fraktion

Kristina Wernerus an der Gedenkstätte. Foto: SPD-Fraktion

Reservistenkameradschaft Filder

Ehrenwache der Reservistenkameradschaft Filder in Sielmingen.

Foto: Reservistenkameradschaft Filder

FDP-Fraktion

Video: FDP-Fraktion

DIE GRÜNEN

Video: DIE GRÜNEN

Evangelische Kirchengemeinde Sielmingen

„Schwere Zeiten überwinden – gemeinsam Frieden wahren“

Am Volkstrauertag erinnern wir uns in besonderer Weise an die Opfer der beiden Weltkriege. Vor 80 Jahren, am 14. November 1940, flog die deutsche Luftwaffe einen schweren Angriff auf die englische Stadt Coventry. Die über 600 Jahre alte St.-Michaels-Kathedrale brannte völlig aus, nur der Turm und die äußeren Wände blieben stehen. Die so genannte „Operation Blitz“ war eine Vergeltung für die ersten Bomben, die wenige Wochen zuvor Berlin getroffen hatten. Weite Teile der Innenstadt von Coventry wurden zerstört, die Schreckensnacht forderte die meisten Todesopfer aller Luftangriffe in England. Trotzdem rief Domprobst Richard Howard sechs Wochen später an Weihnachten in einer landesweiten Rundfunkübertragung dazu auf, keine Rache zu üben, sondern sich für Versöhnung einzusetzen. Als Zeichen dafür ließ er die Worte „Vater vergib“ in die Chorwände der Ruine einmeißeln. Außerdem setzte Richard Howard aus mittelalterlichen Zimmermannsnägeln des verbrannten Dachstuhls ein Nagelkreuz zusammen, um an den Auftrag zur Versöhnung zu erinnern. Nach Kriegsende wurden solche Nagelkreuze als Symbol der gemeinsamen Verantwortung für den Frieden nach Kiel, nach Dresden, nach Berlin und in viele andere im Krieg zerstörte Städte gebracht. Seit zwei Jahren steht ein solches Nagelkreuz auch in der Esslinger Stadtkirche und erinnert zum einen an die Schrecken des Krieges, aber auch an die Kraft der Versöhnung und der Vergebung.

Am Volkstrauertag denken wir an die Opfer von Gewalt und Terror — nicht nur damals in den zwei Weltkriegen, sondern bis heute in vielen großen und kleinen Konflikten weltweit. Doch wir hoffen auch darauf, dass Frieden und Versöhnung zwischen Menschen und Völkern möglich ist, so wie wir es in den vergangenen Jahrzehnten in Europa erlebt haben. Wir sind dankbar für Politiker und Parteien, die den Weg der Verständigung suchen und nicht Vorurteile und Spaltungen vertiefen. Und wir wollen uns Persönlichkeiten wie Richard Howard zum Vorbild nehmen, die ihrer christlichen Überzeugung treu bleiben und statt Vergeltung Vergebung üben.

Ich möchte schließen mit dem Friedensgebet von Coventry. Es wird jeden Freitag um 12 Uhr vor dem Versöhnungsaltar im Chorraum der alten Kathedrale und in anderen Kirchen gebetet.

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse — Vater, vergib. Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist — Vater, vergib. Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet — Vater, vergib. Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen, — Vater, vergib. Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge — Vater, vergib.

Die Entwürdigung von Frauen, Männern und Kindern durch Missbrauch — Vater, vergib. Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott — Vater, vergib. Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus.

Foto: Christoph Bäuerle, Esslingen

Posaunenchor Bernhausen

„Schwere Zeiten überwinden – gemeinsam Frieden wahren“

Wir gedenken der Opfer von zwei Weltkriegen, aber auch an die vielen Menschen die in unserer heutigen Zeit unter Gewalt, Terror, Unterdrückung, Verfolgung und Folter leiden und umkommen.

Wir sehnen uns nach einer friedlichen Welt – Bemühungen sind da, doch der Wunsch bleibt bruchstückhaft.

Wir als Christen erinnern uns an die Worte Jesu in Johannes 14,24 wo Jesus sagt: „Frieden lass ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“ Den wahren und endgültigen Frieden finden wir bei Gott. Das gibt uns Mut und Hoffnung.

Im Lied welches wir spielen heißt es: „Der Frieden gibt in den Höh’n, schaffe auch Frieden für uns alle und für ganz Israel und für alle Welt. Frieden gibt er uns und ganz Israel und aller Welt.“

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