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Wanderakademie zur „Schulischen Integration“

„Wir wollen zur Gesellschaft dazugehören und Freunde finden“

FILDERSTADT. In einer gemeinsamen Veranstaltung im Stadthaus Ostfildern haben dieser Tage die Städte Ostfildern, Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Esslingen und der Landkreis Esslingen Projekte zur schulischen Integration präsentiert und diskutiert.

Die Idee zu den sogenannten Wanderakademien hatte der Landkreis angestoßen. Es geht darum, den Austausch zwischen Hauptamtlichen und ehrenamtlich Engagierten bei verschiedenen Themen zu verstärken und herauszuarbeiten, wie in den jeweiligen Bereichen die Zusammenarbeit gefördert werden kann. Die erste Wanderakademie zum Thema „Schulische Integration“ fand jetzt in Ostfildern statt, gemeinsam konzipiert mit den beteiligten Städten.

Nach kurzen Begrüßungen durch den Ostfilderner Oberbürgermeister Christof Bolay und der Ehrenamtskoordinatorin des Landratsamtes Esslingen, Saime Ekin-Atik, konnten sich die Teilnehmenden die vorgestellten Projekte aus den vier Kommunen im Rahmen eines „Gallery Walks“ näher betrachten und darüber austauschen. Für Filderstadt haben sich die AG „Treffpunkt Kulturen“ des ESG Filderstadt (ab 1. August Elisabeth-Selbert- Gymnasium, vormals Eduard-Spranger- Gymnasium), INTEGRA Filder e.V. mit den Projekten „ICH bin ICH“ und „der Planet ruft SOS“ sowie das Hausaufgabenprojekt des Amtes für Integration, Migration und Soziales präsentiert. Im regen Austausch konnten die Projektbeteiligten von Herausforderungen aber auch Erfolgen berichten und gegenseitig Erfahrungen austauschen.

Gudrun Greth, Schulrätin vom Staatlichen Schulamt Nürtingen, informierte über die aktuellen Bestrebungen des Landes bei interkulturellen Lehrerfortbildungen und bei der Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen. Allerdings würden Schulen aufgrund des akuten Lehrermangels schnell an ihre Grenzen stoßen. Ehrenamtliches Engagement hält Greth insbesondere an den Übergängen von Kindergarten in Schule, von der Grundschule an weiterführende Schulen und beim Start in eine Ausbildung für besonders hilfreich. Ebenso sei der Kontakt mit und auch die Information der Eltern wichtig bei der Entwicklung der Kinder.

Der Geschäftsführende Schulleiter der beruflichen Schulen im Landkreis Esslingen, Thomas Fischle, zeigte sich erleichtert, dass es inzwischen keine Wartelisten mehr für die sogenannten VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse) gäbe. Es kämen inzwischen weit mehr junge Zuwanderer aus dem EU-Ausland und dem asiatischen Raum als Geflüchtete. Wichtig beim Sprachelernen und beim Start in Ausbildung und Beruf seien praktische Erfahrungen in Betrieben. Doch Praktikumsplätze seien schwer zu finden.  

Zu Wort kamen auch zwei Schüler, die über ihre Erfahrungen im deutschen Schulsystem berichteten. Der heute 23-jährige Osama (Bernhausen) absolviert derzeit bei der Stadtverwaltung einen zwölfmonatigen Bundesfreiwilligendienst, nachdem er in Deutschland seinen Hauptschulabschluss ablegen konnte. In Syrien konnte er aufgrund des Krieges seinen Schulabschluss nicht machen. Für seine Zukunft wünscht er sich, noch weiter zur Schule gehen zu können, um dann entweder ein Studium oder eine Ausbildung zu absolvieren. Für zwei Mütter aus Kroatien und aus der Türkei, die jetzt in Ostfildern leben, ist das Wesentliche für sie und ihre Kinder: „Wir wollen Freunde finden, wir wollen zur Gesellschaft dazugehören.“

Die rund 90 Teilnehmenden aus Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Esslingen sowie aus weiteren Gemeinden im Landkreis - darunter Schulleiter, Lehrer, Schulsozialarbeiter, Schulkindbetreuer, Elternbeiräte, Integrationsmanager, Freie Träger und ehrenamtliche Mentoren - diskutierten im Anschluss an verschiedenen Thementischen über Fragestellungen wie „Welche Faktoren sind zu berücksichtigen, damit sich Projekte (von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen) an Schulen erfolgreich umsetzen lassen?“. Es wurden auch strukturelle, politische Probleme angesprochen, wie etwa die befristeten Kettenverträge mit regelmäßigen Entlassungen zum Schuljahresende für Lehrer, die als Krankheitsstellvertreter arbeiten oder nur ein Fach, etwa Deutsch als Fremdsprache, an Vorbereitungsklassen (VKL-Klassen) unterrichten.

Die Ergebnisse und Impulse dieser Veranstaltung werden auch mit in den Erstellungsprozess des Filderstädter Integrationskonzeptes fließen.

Inzwischen folgten die nächsten Wanderakademien zum Thema „Berufsbildung und Arbeitswelt“ im Landratsamt Esslingen und zur „Sprachliche Integration“ in Nürtingen. Im Oktober sollen alle Ergebnisse in einer Abschlussveranstaltung im Landratsamt vorgestellt werden. Interessierte können sich gerne bei Daniela Hehn, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Filderstadt, entweder telefonisch unter: 0711/7003-421 oder per E-Mail an: DHehn@filderstadt.de anmelden.

Die Veranstaltungen werden im Rahmen des Programmes „Engagiert in BW“ durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg unterstützt. (e/fi)