Weihnachtsspendenaktion 2020 der Stadt gestartet:

Helfen, damit geholfen werden kann

FILDERSTADT. Ein Thema hat 2020 dominiert – unser aller Leben verändert: Corona. Neben Krankheit und Tod zeigte die Pandemie auch „soziale Nebenwirkungen“: Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, finanzielle Not, Einsamkeit. Die Folgen von „Covid 19“ erlebt das Team des Sozialen Dienstes der Stadt täglich hautnah. Seine Erfahrung: „Die Bedürftigkeit hat in den zurückliegenden Monaten – auch in Filderstadt – deutlich zugenommen.“ Eine Möglichkeit, Betroffenen vor Ort zu helfen, bietet die traditionelle Weihnachtsspendenaktion, zu der auch in diesem Jahr Oberbürgermeister Christoph Traub aufruft.

Das Stadtoberhaupt: „Die Weihnachtsspendenaktion in Filderstadt ist mehr als nur ein alljährlicher Brauch. Sie macht aufmerksam, dass Menschen - auch in unserer reichen Stadt - Not leiden und Unterstützung brauchen. Gerade jetzt! Diese Hilfe können wir leisten. Dafür sage ich allen Spenderinnen und Spendern Danke. Durch Ihr soziales Engagement setzen Sie ein Zeichen für das gute Miteinander in unserer Stadt. Sie helfen unserem Sozialen Dienst zu helfen“. Und Traub fährt fort: „Zu den Weihnachtsfeiertagen soll ein bisschen Freude in den Häusern einkehren… Dank Ihrer Unterstützung ist dies auch in diesem Jahr möglich“.

„Not hat sich auch in Filderstadt verschärft“

Dass Hilfe vor Ort dringend notwendig ist, zeigt der Berufsalltag von Heike von Broock, Peter Fricker und Jeanette Widmann-Birk vom Sozialen Dienst der Stadt Filderstadt. Sie alle wissen um die Not vieler. Die Situation hat sich – ihrer Erfahrung nach – in den letzten Monaten verschärft. „Viele Menschen mussten coronabedingt zu Hause bleiben, hatten daher keine Einkünfte, kein Geld“, berichtet Peter Fricker aus seinen Klientengesprächen. Dies unterstreicht auch Jeanette Widmann-Birk: „Wir hatten 2020 eine große Welle an Neuanfragen“. Der finanzielle Druck sei bei vielen größer geworden.

Die Miete muss bezahlt werden. Strom, Gas, Heizöl, Wasser, Telefon, Versicherungen kosten Geld. Es gilt, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Arztrechnungen stehen offen, die Kinder benötigen Winterstiefel, die Fahrtkosten zum Jobcenter sind zu hoch. Das Homeschooling erfordert Druckerpatronen, die nicht im schmalen Familienbudget enthalten sind. Was tun? Zudem hatten zahlreiche andere Anlaufstellen (Behörden) wegen „Covid 19“ geschlossen, beziehungsweise sind nur schwer erreichbar gewesen. Überall habe es buchstäblich „gebrannt“ – so sei der Soziale Dienst oftmals in die „Feuerwehrrolle“ (Heike von Broock) geschlüpft. Ihre Beobachtung: „2020 ist gerade auch die Mittelschicht in unserer Gesellschaft abgerutscht“. Immer wieder habe, so Irena Hörz, die die Sozialarbeitenden im Vorzimmer unterstützt, das Telefon in ihrem Amt (für Integration, Migration und Soziales) nicht mehr  stillgestanden. Der Hilferuf vieler: „Wie kann ich in diesen Zeiten finanziell überleben?“.

Finanzielle Not und Vereinsamung

Die weltweite Pandemie hat einmal mehr die Gruppe der Alleinstehenden, Alleinerziehenden und älteren Menschen besonders hart getroffen. Heike von Broock: „Oftmals kam zur finanziellen Not auch noch etwas Weiteres hinzu – die Vereinsamung“. „Aber zum Glück hat es in Filderstadt auch die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe gegeben, manche Menschen haben nach rechts und links geschaut und sich um andere gekümmert.“ Dennoch besteht kein Zweifel: 2020 zählt Filderstadt mehr Bedürftige denn je – auch unter Geflüchteten, die durch das Integrationsmanagement betreut werden, das ebenfalls auf den Sozialfonds zugreifen kann.

„Jeder kann unverschuldet in diese missliche Lage kommen“

Die Weihnachtsspendenaktion der Stadt hat eine lange Tradition. Im vergangenen Jahr konnten knapp 35.000 Euro für soziales Engagement vor der eigenen Haustür gesammelt werden. Ein kleiner Teil wird vor dem Fest der Feste an Bedürftige ausgeschüttet. Der Großteil kommt erst im Folgejahr zum Einsatz, um Menschen in Not schnell und unbürokratisch helfen zu können. Oberbürgermeister Christoph Traub erinnert daran, dass jeder unverschuldet in diese missliche Lage kommen könne. Er lädt die Bevölkerung ein mitzuhelfen. Die Bankverbindungen der Aktion lauten (Stichwort: „Weihnachtsspendenaktion der Stadt Filderstadt 2020“):

  • Bernhauser BankBIC: GENODES1BBFIBAN: DE91 6126 2345 0000 0550 00
  • BW-BankBIC: SOLADEST600IBAN: DE23 6005 0101 0001 3260 20
  • KSK Esslingen-NürtingenBIC: ESSLDE66XXXIBAN: DE44 6115 0020 0010 7707 08
  • Volksbank FilderBIC: GENODES1NHBIBAN: DE31 6116 1696 0222 2220 00.(sk)

Kontakt

Presse
Aicher Straße 9
70794 Filderstadt
Telefon (07 11) 70 03-3 06
Fax (07 11) 70 03-3 45

Öffnungszeiten

Frau E. Schweizer

Referatsleitung, Pressesprecherin

Telefon (07 11) 70 03-3 99
Fax (07 11) 70 03-73 99
Frau Köhler
Telefon (07 11) 70 03-2 28
Fax (07 11) 70 03-3 45
Frau Hoff
Telefon (07 11) 70 03-3 88
Fax (07 11) 70 03-3 45