Weihnachtsspendenaktion 2021 der Stadt gestartet:

„Wo brennt es gerade am meisten?“

FILDERSTADT. Die Not hat auch in Filderstadt weiter zugenommen. So stand die „soziale Feuerwehr“ der Stadt (sprich der Soziale Dienst) in den zurückliegenden Monaten nicht mehr vor der Herausforderung: „Wo brennt es?“, sondern vor der noch drängenderen Frage: „Wo brennt es gerade am meisten?“ Heike von Broock, Jeanette Widmann-Birk, Peter Fricker und Irena Hörz krempeln seit Jahren die Ärmel hoch und leisten Hilfe vor Ort – schnell, (möglichst) unbürokratisch, hautnah. Dies ist aber nur durch die traditionelle Weihnachtsspendenaktion möglich, zu der Oberbürgermeister Christoph Traub auch 2021 aufruft – zu jener humanitären Aktion von Bürger*innen für Bürger*innen.

Die Corona-Pandemie dominiert nicht nur seit rund 20 Monaten unser aller Leben. Sie zeigt – neben Krankheit und Tod – auch „soziale Nebenwirkungen“: Arbeitslosigkeit, finanzielle Engpässe, Zukunftsängste, Einsamkeit. Wie hat Covid-19 die Lebenssituation vieler Menschen 2021 in Filderstadt verändert? Die Antwort des Teams des Sozialen Dienstes kommt wie aus der Pistole geschossen: „Die Bedürftigkeit hat weiter deutlich zugenommen.“

So „löscht“ die „soziale Feuerwehr“ so manchen „Brand“ in der Stadt – wo immer es ihr möglich ist. Wer denkt, dass mit den finanziellen Mitteln aus dem Spendentopf auch mal luxuriösere Herzenswünsche erfüllt werden, irrt. Die Gelder der Bürger*innen fließen in der Regel in die bloße Grundversorgung – beispielsweise, dass der Kühlschrank mal wieder aufgefüllt, ein Verstorbener im Sarg angemessen angekleidet, der Strom nicht abgestellt oder das Heizöl geliefert werden kann. Weitere typische Ausgaben in 2021: „Corona-Masken“, Winterkleidung und Schulbedarf für Kinder sowie Bus- und Bahntickets, die den Weg zum Arzt, zum Vorstellungsgespräch oder ins Jobcenter ebnen sollen.

Grundversorgung, kein Luxus

„Eine Familie, deren Haus abgebrannt ist, haben wir bei der Aufbringung der Kaution für eine neue Wohnung unterstützt“, erinnert sich Heike von Broock. Für andere Bürger*innen in Notsituationen wurden beispielsweise die Rezeptgebühren für Medikamente, die Kosten für eine Kinderbrille, ein Alarmknopf fürs altersgerechte Wohnen, eine Grundreinigung für das Zuhause von nicht mehr mobilen älteren Bürger*innen, ein Deutschkurs oder die Reparatur eines alten Fahrrads übernommen. Ein weiteres Indiz für die Zunahme der finanziellen Not vor Ort sei, so Jeanette Widmann-Birk und Peter Fricker, dass in diesem Jahr deutlich mehr Gutscheine für den Einkauf in der Fildertafelausgegeben wurden.

Kein Zweifel: 2021 habe ein Thema die Menschen in Not umgetrieben: die Finanzen, Finanzen, Finanzen. Heike von Broock: „Wir haben in vielen Fällen gesehen, wie schwer es war, auch nur den Lebensunterhalt zu sichern – erschreckend!“ So habe das ganze Team das Jahr über im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun gehabt, die Not vor der eigenen Haustüre ein wenig zu lindern. Und die Abteilungsleiterin im Amt für Integration, Migration und Soziales fügt kopfschüttelnd hinzu: „Wir hatten noch nie so viel zu tun…!“

Not macht auch „kreativ“

Während Heike von Broock, Jeanette Widmann-Birk und Peter Fricker direkt in der Sozialberatung tätig sind, ist Irena Hörz die gute Seele des „Ladens“. Jede*r Einzelne zählt, zusammen sind sie unschlagbar und nicht zuletzt sehr pfiffig … Zur Linderung der Not haben sich die guten Geister vom Sozialen Dienst einmal mehr „kreativ“ gezeigt. „Wenn die Verwaltung wegen Corona geschlossen haben musste, wurde hin und wieder auch ein kleines Körbchen durch das Fenster herabgelassen, um die Klient*innen mit dem Nötigsten zu versorgen – natürlich unter Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen“, erzählt Irena Hörz. Und gegen die Vereinsamung von Menschen hat das rührige Team die eine oder andere Postkarte verschickt, wenn ein Hausbesuch aufgrund der aktuellen Pandemie-Verordnungen nicht mehr möglich gewesen sei.

Mit der städtischen Weihnachtsspendenaktion ist es Jahr für Jahr möglich, in Filderstadt sehr viel Gutes für Menschen, die in Not geraten sind, zu erreichen. Dank des überwältigenden Ergebnisses in Höhe von über 41.000 Euro in 2020 konnte die „soziale Feuerwehr“ in den zurückliegenden Monaten so manchen „Brand“ vor Ort löschen. Rund ein Drittel des Geldes wird stets zum Fest der Feste an Bedürftige ausgeschüttet. Der verbleibende Rest kommt im Folgejahr zum Einsatz, um schnell, gezielt und unbürokratisch helfen zu können. Allen Bürger*innen, die diese gute Tradition in Filderstadt unterstützen, dankt Christoph Traub von Herzen und erinnert daran, dass jede*r unverschuldet in diese missliche Lage kommen könne. Der Oberbürgermeister: „Durch Ihr soziales Engagement setzen Sie ein Zeichen für ein gutes und fürsorgliches Miteinander in unserer Stadt. Bitte helfen Sie auch 2021 unserem Sozialen Dienst, anderen aus unserer Mitte in Notsituationen helfen zu können.“

Die Bankverbindungen

Die Bankverbindungen der Aktion lauten (Stichwort: „Weihnachtsspendenaktion der Stadt Filderstadt 2021“): 

Bernhauser BankBIC: GENODES1BBFIBAN: DE91 6126 2345 0000 0550 00BW-BankBIC: SOLADEST600IBAN: DE23 6005 0101 0001 3260 20KSK Esslingen-NürtingenBIC: ESSLDE66XXXIBAN: DE44 6115 0020 0010 7707 08Volksbank FilderBIC: GENODES1NHBIBAN: DE31 6116 1696 0222 2220 00. (sk)

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