Klares Zeichen gegen Gewalt und Sexismus
Filderstadt setzt auf Prävention, Schutz und Aufklärung
FILDERSTADT. Für ein respektvolles und sicheres Miteinander setzt die Stadt Filderstadt ein klares Zeichen gegen jede Form von Gewalt und sexueller Belästigung. Von Fortbildungen für Mitarbeitende in der Verwaltung über Projekte an Schulen bis hin zu Informations- und Beratungsangeboten für die Bürgerschaft. Ziel ist es, Gewalt und Sexismus frühzeitig vorzubeugen, Zivilcourage zu stärken und ein Bewusstsein für einen wertschätzenden Umgang miteinander zu schaffen.
Gewalt und Sexismus tangieren die gesamte Gesellschaft. Besonders Frauen und Kinder sind häufig von diesen Themen betroffen. „Ein Leben frei von Gewalt ist eine Grundvoraussetzung für Gleichberechtigung, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander. Alle sind aufgefordert gegen Gewalt etwas zu tun; Institutionen, Schulen und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten Schutzkonzepte entwickeln“, betont Dr. Susanne Omran, die Leiterin des Referats für Chancengleichheit, Teilhabe und Gesundheit.
Ein wichtiger Baustein: Präventionsarbeit an Schulen
Ein wichtiger Baustein der Präventionsarbeit ist die seit mehr als zehn Jahren etablierte Workshop-Reihe „Meine Beziehung? Meine Grenzen. Meine Entscheidung!“. Rund um den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ werden Schüler*innen der achten Klassen für Themen wie Grenzsetzung, Respekt, Selbstbestimmung und Empathie sensibilisiert.
In diesem Jahr nehmen rund 180 Jugendliche der Gotthard-Müller-Schule, der Realschule am Bildungszentrum Seefälle, der Jahnschule und der Pestalozzischule an ins gesamt 15 Workshops teil. Die praxisnahen Angebote stärken die Selbstbehauptung junger Menschen und schaffen gleichzeitig wichtige Verbindungen zwischen Schule, Jugendhilfe und bestehenden Hilfsangeboten.
„Personen erreichen und an Hilfestrukturen binden“
Neben der Arbeit mit Jugendlichen setzt die Stadt aber auch auf die Aufklärung und Sensibilisierung der Bürgerschaft. Susan ne Omran informiert, dass unter anderem eine Auftaktveranstaltung mit Filmvorführung und Gesprächsrunde, Workshops zur Selbstverteidigung und Selbstbehauptung, eine Fachfortbildung zum Thema digitale Gewalt und soziale Medien sowie die Beteiligung an der internationalen Aktion „Orange The World“ gemeinsam mit der FILharmonie sowie dem Amt für Bildung, Kunst und Kultur geplant seien. „Es geht in der praxisorientierten Arbeit immer darum, Personen zu erreichen, die im Umfeld von Gewalt betroffen sind und an Hilfestrukturen zu binden“, so die Referatsleiterin.
Darüber hinaus leistet der Verein Frauen helfen Frauen Filder seit vielen Jahren wertvolle Arbeit im Bereich Gewaltprävention und ist eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene in Filderstadt.
Stadtverwaltung setzt auf Gewaltschutz und Antidiskriminierung
Auch innerhalb der Stadtverwaltung wird Gewalt- und Antidiskriminierungsprävention mit dem Haupt- und Personalamt konsequent umgesetzt. Bereits 2023 trat eine Dienstvereinbarung zum Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in Kraft. Sie regelt Abläufe für Beschwerdefälle, Schutzmaßnahmen und Hilfsangebote für betroffene Mitarbeitende. Darüber hinaus werden Führungskräfte regelmäßig geschult und neue Mitarbeitende im Rahmen ihres „Onboardings“ (Einarbeitung) über die bestehenden Schutzmechanismen informiert.
Ein weiteres deutliches Zeichen setzt die Stadt Filderstadt mit ihrem Beitritt zum Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“. Als größte Arbeitgeberin der Großen Kreisstadt bekennt sich die Verwaltung damit aktiv zu einem respektvollen, diskriminierungsfreien Miteinander und positioniert sich gegen Sexismus und Benachteiligung. „Gewaltprävention ist eine gemeinsame Verantwortung, die weit über einzelne Institutionen hinausgeht. Wir müssen dort ansetzen, wo Einstellungen entstehen und sich Verhalten entwickelt – in Schulen, am Arbeitsplatz und im täglichen Miteinander. Mit unseren Präventionsangeboten schaffen wir Bewusstsein, stärken Betroffene und setzen ein klares Zeichen für Respekt, Gleichberechtigung und Menschenwürde. Denn eine starke Stadt schaut nicht weg, sondern handelt“, stellt Oberbürgermeister Christoph Traub klar. (sz)