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Evangelische Georgskirche

Historisches
Die Pfarrei Bonlanden wurde 1275 erstmals erwähnt.
Das Patrozinium des heiligen Georg tritt in Württemberg seit Kaiser Heinrich II. (1002-1024) auf und erfreute sich insbesondere seit den Kreuzzügen großer Beliebtheit, zumal der heilige Georg als Schutzpatron der Ritter galt.
Das Patronatsrecht, d. h. das Vorschlags- und Ernennungsrecht des Pfarrers lag zunächst beim Ortsadel und gelangte 1395/1402 mit der Ortsherrschaft an die Grafen von Württemberg.
Am 21. April 1477 wurde die Kirche in Bonlanden dem Chorherrenstift Stuttgart inkorporiert (einverleibt). Damit übernahm das Stift Stuttgart die Patronatsrechte. Nach der Reformation übernahm der Herzog das Ernennungsrecht des Pfarrers, die Abgaben gingen an die neu geschaffene Stiftsverwaltung, die ihrerseits den Pfarrer besoldete.
Neben der Pfarrstelle gab es noch eine Kaplanstelle, nämlich die Fühmesspfründe (siehe Frühmesshof, Rundgangsnummer 15).
Zwischen 1838 und 1956 gehörte Harthausen als Pfarr-Filiale zur Kirchengemeinde Bonlanden. Allerdings hatte Harthausen damals schon eine eigene Kirche und einen eigenen Friedhof.

Zur Baugeschichte
Der Kirchenbau stammt von 1472. Als Reste der Ausstattung der Vorgängerkirche haben sich ein frühgotisches Kruzifix und eine Statue des Christuskindes erhalten.
Das Kruzifix wurde von einem oberschwäbischen Meister vermutlich um 1330 geschaffen und ist von hoher künstlerischer Qualität. In jener Zeit löste man sich von den triumphierenden Christusgestalten früherer Jahre und fand zu einer asketisch-ernsten Darstellung, was vor dem Hintergrund der aufkommenden Mystik zu sehen ist. Aus jener Zeit stammen zahlreiche, sehr eindringliche Andachtsbilder, die sich durch eine realistische Darstellung auszeichnen.

Der spätgotische Chor stammt aus dem Jahr 1472, das heutige Langhaus wurde hingegen erst von 1750 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Wohl aus der Bauzeit stammt das Fresko an der nördlichen Chorwand, es stellt die Krönung Mariens dar. Aus der gleichen Zeit stammt auch die Sakramentsnische an derselben Wand.
Auch die Bonländer Kirche diente der Bevölkerung ursprünglich als Fluchtkirche, sie liegt am höchsten Punkt des alten Dorfes und war von einer mächtigen Mauer umgeben (ehemaliger Kirchhof ). Der als Wach- und Verteidigungsturm genutzte Turm war nur durch das Kircheninnere zu erreichen.

Im Turmraum befindet sich die barocke Grabplatte von 1713 für den von 1702 bis 1713 in Bonlanden tätigen Pfarrer Johann Conrad Ziegler.
Beim Kirchenumbau von 1750 wurde der spätgotische Charakter der Kirche grundlegend verändert. Das Kirchenschiff wurde auf der Nordseite verbreitert und mit einer Empore versehen, so dass einige gotische Fenster geopfert werden mussten. Gleichzeitig wurde statt des gotischen Gewölbes die heutige hölzerne Kassettendecke eingezogen. Die Empore an der Nordseite war von außen durch eine Treppe zu erreichen.
1730 wurde im Bonländer Kirchenkonventsprotokoll erstmals eine Orgel erwähnt. 1837 wurde von der Firma Walcker, Ludwigsburg, auf der Chorempore eine Orgel eingebaut. Diese Orgel wurde 1974 durch eine neue ersetzt, die ihren Platz auf der Nordempore hat. Der Orgelprospekt der alten Orgel ist heute im Heimatmuseum ausgestellt.

1909 wurde durch die Bevölkerungszunahme eine erneute Erweiterung der Kirche notwendig. Unter dem Stuttgarter Architekten Martin Elsässer wurde die Südwand auf halber Länge nach außen versetzt.
Bei jenem Umbau erhielt die Kirche einen neuen Altar und Taufstein .
Bei der Kirchenrenovierung 1974 entfernte man die Orgelempore, so dass die gotischen Fenster im Chor wieder sichtbar wurden. Außerdem wurde die Emporenbrüstung erneuert und die Fensterumrahmungen aus dem 18. Jahrhundert restauriert.
Weiterhin fand das Kruzifix, an Seilen freischwebend befestigt, einen zentralen Platz über dem Altar.
 

Dieser Text ist in Kooperation mit der Realschule Bonlanden entstanden und wurde von Schülerinnen und Schülern erstellt.



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