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Pfarrhaus

Die Burg war recht klein und wenig befestigt und bestand nur aus einem Steinhaus. Schutz bot einzig die solide Steinbauweise, sowie die erhöhte Lage auf dem Burghügel, umgeben von einem wassergefüllten Graben und einem Wall. Das Wasser im Burggraben stammte aus einer darin entspringenden Quelle, die auch die Wasserversorgung der Burgbewohner sicherte. Heute noch kann man den alten Wall samt Graben von der Georgstraße aus gut sehen. Schräg gegenüber der Kirche führte ursprünglich eine hölzerne Zugbrücke über den Graben. Später wurde diese durch eine Steinbrücke ersetzt. Den Eingang in den Burg- bzw. Pfarrhof markiert ein steinener Rundbogen, der vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. An der Nordwand des heutigen Pfarrhauses ist ein Teil der gemauerten Hauswand ca. einen Meter dick, auch blieb an dieser Stelle eine Schießscharte erhalten. Beides ist als spätmittelalterlicher Rest der ehemaligen Burg zu deuten.
Die gesamte Burganlage hatte einen Durchmesser von 60 bis 65 Meter und bildete den eigentlichen Dorfmittelpunkt, um den sich die Gehöfte der Bauern gruppierten. An der westlichen Burgseite wurde der Wall später teilweise abgegraben und eingeebnet, hier verläuft jetzt die Kronenstraße.

Pfarrhaus Bonlanden, Zeichnung von Friedrich Rittmann von 1915.

Als erster Burgherr wurde 1269 Wolfelin von Bonlanden, ein niederadliger Verwandter der Herren von Bernhausen erwähnt.
Im 14. Jahrhundert tauchen die Herren von Stöffeln als Burg- und Ortsherren von Bonlanden auf, 1377 fiel mit Eberhard von Stöffeln der letzte der Stöffeln von Bonlanden in der Schlacht bei Reutlingen.
Etwa um diese Zeit endete die Rolle der Burg Bonlanden als Herrschaftssitz.1390 erbten die Herren von Stammheim und die Herren von Sachsenheim die Besitzungen, die sie 1395 bzw. 1402 an Württemberg verkauften.
1450 belehnte Graf Ulrich V. von Württemberg den Schultheißen Henslin zu Bonlanden mit dem Burgstall, der „seit langer Zeit wüst gelegen ist“ . Um 1470 verkaufte der hiesige Pfarrer Nikolaus Bauer mit der Einwilligung des Grafen Ulrich von Württemberg das Pfarrhaus (vermutlich beim Widumhof gelegen), um „mit dem Erlös und Eigenem“ ein Pfarrhaus auf den Mauern der alten Burg zu errichten. Allerdings musste dieser Bau 1751/52 grundlegend erneuert werden. So erfüllt dieses Gebäude mit seinem für Pfarrhäuser jener Zeit typischen Walmdach bis heute seine Aufgabe. Links des Torbogens befindet sich das ehemalige Back- und Waschhaus.

Übrigens: ist dem Thema "Kirche und Glauben" im FilderStadtMuseum ein Ausstellungsraum gewidmet.


Dieser Text ist in Kooperation mit der Realschule Bonlanden entstanden und wurde von Schülerinnen und Schülern erstellt.



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