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Gemeindebackhaus

Geschichte des Backhauses

Um Brennholz zu sparen, aber auch um die Brandgefahr zu reduzieren, ordnete die württembergische Regierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Bau von Gemeindebackhäusern an.
Auf Drängen des Oberamtmanns errichtete die Gemeinde Bonlanden 1844 dieses Gemeindebackhaus, dessen Aufsicht einem Backhausmeister oblag.
Er hatte „strenge Aufsicht über das Backhaus zu führen und darf keinen Unfug in demselben leiden, wodurch oft gerne Beschädigungen etc. entstehen, er ist verpflichtet, das Bakhaus stets reinlich und in gutem Zustande zu erhalten und solches, wenn es möglichst seyn kann nach beendigter Bakzeit selbst zu schließen.“
 
Seit 1915 war Bonlanden an Elektrizität, seit 1926 an das Gasnetz angeschlossen, seitdem wuchs die Zahl der Herde und Backöfen in den privaten Küchen zu. Aus diesem Grund verlor das Bonländer Gemeindebackhaus in den 1930er Jahren seine Bedeutung, so dass es wohl Mitte der 1930er Jahre stillgelegt wurde.
 

Vom Backhaus zum Waschhaus
1943 wurde der Gemeindebackofen ausgebaut, um eine Gemeindewaschküche einzurichten. Wegen des Krieges wurde dies jedoch zurückgestellt.
1949 war das Backhaus für kurze Zeit Ausgabeort der Schulspeisung („Hoover-Speisung“).
Anfang 1954 erklärte sich hingegen die Spar- und Darlehenskasse Bonlanden bereit, eine „neuzeitliche Gemeinschaftswaschküche“ im Backhäuschen einzurichten, „mehrere Maschinen einschließlich mechanischem Wäschetrockner werden angeschafft“. Dieses Gemeindewaschhaus wurde am 1. April 1955 eröffnet. Bis 1968 hatte Maria Probst einen privaten Waschbetrieb eingerichtet. Sie stellte zum 1. April 1968 diesen Betrieb ein.
 
Spätere Nutzung des Backhauses

In den 1970er Jahren sammelte Gottlob Häußler im Backhäuschen die Museumsstücke und richtete hier das erste „Heimatmuseum“ ein, bis das Museum 1985 im ehemaligen Rathaus eröffnet werden konnte.
Heute dient das Backhaus dem FilderStadtMuseum als Veranstaltungsort wie bspw. Lesungen zur Weihnachtszeit oder Veranstaltungen für Kinder.
 
Übrigens:
stammt die alte Mostpresse neben dem Backhaus laut einer Jahreszahl im Querbalken aus dem Jahr 1855. Sie erinnert an die Zeiten, als Most für die ländliche Bevölkerung neben Wasser das wichtigste Getränk gewesen war.

Nächste Stationen:
Nr. 3: Wette und Burgbrunnen (gegenüber dem FilderStadtMuseum)
Nr. 4: Schafhof: Georgstraße 2

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