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Mühlenhof

15a Mühlenhof

Im Gebäude Hauptstr. 9 befand sich wahrscheinlich die 1451 erstmals erwähnte Bonländer Mühle unmittelbar am Bombach. Früher war hier der Abfluss des Bonländer Sees. Als dieser 1836 trockengelegt wurde, musste auch die Mühle aufgegeben werden.

Bonlanden hatte vom 15. bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine eigene Mühle. Sie befand sich am Ausfluss des Bonländer Sees. Bis heute werden die Gebäude Bonländer Hauptstraße 5-9 „Mühlenhof“ genannt.
Um welches der Gebäude es sich handelte, bleibt unklar. Entweder es stand an der Stelle des heutigen Gebäudes Bonländer Hauptstraße 9, da dieses direkt am Bombach liegt und laut Gebäudekataster 1844 Eigentum des Müllers Johann Siegle war. Oder es handelte sich um das Gebäude Hauptstraße 7, unter der Voraussetzung, dass ein Mühlkanal hinten am Haus vorbeiführte.
 
Im Lagerbuch der Kellerei Stuttgart von 1451 taucht erstmals die Mühle auf: "Item Conrad Öler git III lib, (..) V Hüner us siner Mulin und Hofreytin.“ Die nächsten Einträge beziehen sich auf Eigentümer, die "by dem Sew gelegen" sind. Daraus dürfte eine Lokalisierung am sogenannten "Mühlenhof" eindeutig sein. 1524 ist Conrad Wolff, der Müller erwähnt. Die Mühle, "unterm Dorf gelegen", hatte damals ein Rad, ein Wehr und ein Viertel Garten.
Wilhelm Böhringer hat die Besitzverhältnisse der Mühle eingehend beschrieben:
1572 wurden ein Ulrich Neckher und 1600 ein Georg Baur als Müller genannt.
Von ca. 1641 bis 1748 saßen drei Generationen namens Hans Schmid auf der Mühle, dann folgte der berühmte Adam Adam (1716-1791) als Müller. Auf ihn folgte die Familie Schlecht.

Wissenswert: Der letzte Müller war Johann Georg Siegle, der die Mühle 1835 erwarb. "Durch die Austrocknung des Sees in Bonlanden, an welchem eine Mühle sich befunden hat, die durch den Wasserabfluß von dem See betrieben worden ist, ist diese Mühle eingegangen. Der Besitzer derselben, ein Schwiegersohn des früheren See-Eigentümers, hat sich nun entschlossen, auf der Markung des Ortes Bonlanden ¼ Stunde vom Orte entfernt, in dem Thale gegen Aich, eine neue Getreidemühle für Mahlgäste in Verbindung mit einer Wergreibe einzurichten." So lautete die Begründung des Amtsoberamts Stuttgart an die Kreisregierung Ludwigsburg zur Errichtung einer neuen Mühle. Am 10. November 1837 erhielt Siegle von der Kreisregierung die Erlaubnis, eine Getreidemühle mit zwei Mahlgängen und einem Gerbgang zu errichten. Diese neue Mühle im Bombachtal brannte aber bereits am 15. Mai 1845 nieder. Siegle wanderte daraufhin 1847 mit seiner Familie nach Amerika aus.



Nächste Stationen:
Nr. 16: Bonländer See, Mahlestraße
Nr. 16a: Alte Mühle, Humboldtstraße 5


 

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