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Klimafolgen und Anpassung

Zum Klimaschutz zählen ganz klassisch alle Maßnahmen, die zu einer Reduktion von Treibhausgasemissionen führen. Seit einiger Zeit gehören dazu aber auch Maßnahmen, die darauf abzielen, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Diese Maßnahmen werden als Klimaanpassungsmaßnahmen bezeichnet. 

Folgen des Klimawandels

Atmosphärischer Treibhausgas-Anstieg - Temperaturanstieg

Die Folgen des Klimawandels sind eindeutig: es wird wärmer! Der Temperaturtrend entwickelt sich dabei parallel zum Anstieg der Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre. Waren es zu Beginn der industriellen Revolution noch 280 ppm CO2 (ppm = parts per million = Anteile pro Million) in der Atmosphäre, stieg dieser Wert auf etwa 416 ppm im Februar 2021 (Messstation Hawaii). Zeitgleich stieg die globale Mitteltemperatur seit der vorindustriellen Zeit um + 1,1 °C im Jahr 2020 an. Dabei erwärmt sich die Luft über dem Festland stärker als über den Meeren, so dass der Temperaturanstieg in Deutschland im Jahresmittel schon + 1,6 °C beträgt (2021, DWD (442,6 KB)). Bei einem „weiter so“ wie bisher, wird laut aktuellen Modellrechnungen bis zum Ende des Jahrhunderts eine durchschnittliche globale Erwärmung von +3 ° bis +4 °C vorausgesagt (ICCP, 2018; DWD), für Baden-Württemberg würde das aber noch höhere Temperaturen bedeuten.

Wie die letzten Jahre in Baden-Württemberg klimatisch einzuordnen sind, zeigen diese Auswertungen: 2018 (589,2 KB) und 2019 (2,962 MB)

Meeresspiegelanstieg

Mit der globalen Temperaturerhöhung erleben wir einen globalen Anstieg des Meeresspiegels. Zwei Dinge spielen dabei eine Rolle:
1) das zunehmende Abschmelzen der Festlandseismassen, insbesondere der der Antarktis und Grönlands und
2) die Tatsache, dass die Weltmeere bisher hauptsächlich die Wärmeenergie aufgenommen haben und sich das erwärmende Wasser infolgedessen ausdehnt.
Der Meeresspiegelanstieg ist nicht etwas, das Filderstadt direkt bedroht, aber der Verlust von wertvollem Lebensraum in niedriggelegenen Küstengebieten infolge des Meeresspiegelanstiegs bedeutet, dass Menschen, Tiere und Nahrungsmittelerzeugung enger auf dem verbleibenden Land zusammenrücken müssen. Die konkreten Auswirkungen davon auf Filderstadt wird die Zukunft zeigen.
Wie sich der Meeresspiegelanstieg an der Nord- und Ostsee entwickelt können Sie über den Meeresspiegelmonitor verfolgen.

Zunehmende Hitzetage und Dürrperioden in Filderstadt

Die letzten 20 überdurchschnittlich warmen Jahre fanden in den letzten 22 Jahren statt. Die Anzahl der Hitzetage (= +30 °C) und tropische Nächte (= 25 °C) im Sommer lag in Filderstadt in den letzten Jahren zwischen 24 und 28 Tagen (Klimaatlas Verband Region Stuttgart). In der späten zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sollen es laut Modellrechnungen um die 50 Hitzetage pro Jahr sein. Was man oft nicht dabei bedenkt –  Hitze ist gesundheitsgefährdend. Laut dem Statistischem Landesamt Baden-Württemberg fielen 1700 Menschen den hohen Temperaturen im Sommer 2019 zum Opfer, dem Hitzesommer von 2003 annähernd 2700 Menschen.
Die Hitzeperioden gehen oft Hand in Hand mit längeren Dürreperioden. In Filderstadt spüren es die Gärtner*innen und Landwirt*innen seit geraumer Zeit. Die Dürre im Gesamtboden in Filderstadt wird seit einiger Zeit als „außergewöhnlich“ bezeichnet.
Der Dürremonitor zeigt für Deutschland sowie für die einzelnen Bundesländer wie sich die Bodenfeuchtigkeit im Oberboden (Top 25 cm) und Gesamtboden (bis 1,8 m Tiefe) sowie die Wasserverfügbarkeit für Pflanzen in Abhängigkeit vom Niederschlag entwickelt. 

Starkregenereignisse und trockene Bäche - verschobene Regenzeiten und kürzere Winter

Auch wenn die Niederschlagsmengen in der Region Stuttgart in den letzten Jahren mit 650 bis 700 Litern pro Quadratmeter etwa gleich waren (Nationaler Klimareport 2020), lässt sich dennoch ein verändertes Niederschlagsverhalten beobachten: vermehrte Starkregenereignisse im Sommer und verschobene Regenzeiten.
Im Sommer fallen in Filderstadt inzwischen manche der Gräben und Bäche trocken, wie zum Beispiel der Neuhäuser Bach im Sommer 2020, während Starkregenereignisse zu Überschwemmungen wie im Juni 2018 in Harthausen führen können.
Die Regenzeiten verschieben sich hin zu einem trockeneren Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) und vergleichsweise feuchteren Winterhalbjahren (November bis April). Für die die Gärtner*innen und Landwirt*innen sind das keine so guten Nachrichten. Künstliche Bewässerung wird einen immer stärkeren Anteil unserer Lebensmittelerzeugung haben.
Unsere Winter werden aber nicht nur feuchter, sondern auch kürzer. Wenn die Haselnuss blüht, beginnt der phänologische Vorfrühling. Im Jahr 2020 blühte die Haselnuss schon am 22. Januar und somit drei Wochen früher als im langjährigen Mittel (Referenzzeitraum von 1961 bis 1990).
Der Februar 2021 verdeutlichte die im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erwartende Zunahme der Wetterextreme. Eine sehr kalte Phase mit zweistelligen, nächtlichen Minustemperaturen wurde innerhalb weniger Tage abgelöst von Tagestemperaturen von knapp über +20 °C. So große Temperaturschwankungen wurden seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen noch nie in Deutschland beobachtet. 

Klimaanpassung

Mit diesen veränderten Klimabedingungen müssen wir im städtischen und ländlichem Filderstädter Raum zurechtkommen. Als Gesellschaft müssen wir uns darauf vorbereiten und entsprechende Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels ergreifen. Eine der besten Maßnahmen bleibt aber weiterhin – Treibhausgase einzusparen, um den Klimawandel nicht weiter anzutreiben.
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