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Befinden Sie sich aufgrund der aktuellen „Corona“ Situation in finanziellen Schwierigkeiten?

Arbeitslosengeld II ("Hartz IV"), Sozialhilfe/Grundsicherung oder Wohngeld?

Bitte lassen Sie sich erst bei uns telefonisch beraten, bevor Sie einen Antrag auf Wohngeld einreichen.Wir klären in diesem kostenlosen Telefongespräch mit Ihnen, welche Leistung für Sie in Frage kommt, damit Sie gleich bei der zuständigen Stelle den richtigen Antrag stellen können. Wohngeld lässt sich nur beantragen, wenn ein Mindesteinkommen vorhanden ist. Das Wohngeld ist nur ein Zuschuss zur Miete. Es kann nur geleistet werden, wenn der Zuschuss und das eigene Einkommen den sozialhilferechtlichen Mindestbedarf insgesamt deckt. Ob ein Anspruch auf Wohngeld besteht, hängt von drei Faktoren ab:

- der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
- der Höhe des Gesamteinkommens
- der Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung

Arbeitslosengeld II (Jobcenter) oder Sozialhilfe/Grundsicherung (Landratsamt) sind Sozialleistungen, die an einkommensschwache und auch an einkommenslose Personen als aufstockende Leistung gezahlt werden, damit der Lebensunterhalt gesichert ist. Dies sind sogenannte Transferleistungen.Seit 2005 wird Wohngeld nur noch für Personen gewährt, die keine Transferleistungen erhalten. Kann eine Hilfebedürftigkeit durch die Bezuschussung von Wohngeld oder zusätzlicher Leistungen (z.B. Kinderzuschlag) verhindert werden, steht die Beantragung von ALG II-Leistungen erst an zweiter Stelle. Weitere Erläuterungen finden Sie weiter unten.

Wohngeldbehörde

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss) oder zur Belastung bei selbstgenutztem Wohnraum (Lastenzuschuss).

Sie erhalten Wohngeld, wenn Sie nicht über ein ausreichendes Einkommen verfügen, um Ihren Wohnraum zu bezahlen.

Wohngeld wird nur auf Antrag gewährt. Antragsformulare sind zu bekommen bei:

Amt für Integration, Migration und Soziales
Wohngeldbehörde
Martinstraße 5
70794 Filderstadt

sowie im Downloadbereich

Anträge und Änderungsmitteilungen können Sie per Email einreichen.

Für eine persönliche Beratung können Sie einen Termin beim jeweiligen Sachbearbeiter*in Ihres Buchstabens unter den genannten Telefonnummern vereinbaren.
Frau Pesch (Buchstaben A - F) unter der Telefonnummer 0711 7003-348
Frau Hipp (Buchstaben G - Z) unter der Telefonnummer: 0711 7003-286

Telefonisch sind wir wie folgt zu erreichen:
Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 – 12 Uhr. Dienstags zusätzlich von 14 – 17 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14 – 18 Uhr. Mittwochs ist die Wohngeldbehörde geschlossen.

Email: wohngeldbehoerde@filderstadt.de

Antragsformulare zur Beantragung von Wohngeld

Für die Antragstellung sind die amtlichen Vordrucke zu verwenden.

Wenn Sie Mieter*in sind:

Wenn Sie Eigentümer*in sind:

Zur Fristwahrung kann auch vorab ein formloser Antrag gestellt werden. Ihr formloser Antrag gilt dann zu diesem Zeitpunkt als gestellt. Reichen Sie das ausgefüllte Formular samt aller erforderlichen Unterlagen innerhalb eines Monats nach, erhalten Sie bei einer positiven Prüfung Ihres Antrags ab dem Tag der formlosen Antragstellung Wohngeld. Geben Sie Ihren Antrag und die erforderlichen Unterlagen erst später ab, erhalten Sie Wohngeld erst ab diesem Datum.

Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?

Neben dem vollständig ausgefüllten und unterschriebenen Wohngeldantrag und den ergänzenden Anlagen sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Komplette Einkommensnachweise aller im Haushalt lebenden Personen
  • Mietvertrag
  • Belege über die Mietzahlungen der letzten 3 Monate vor Antragstellung (Kontoauszüge)
  • Bei einem Antrag auf Lastenzuschuss sind der Kaufvertrag, ein Grundbuchauszug sowie die Finanzierungsunterlagen vorzulegen.

Anspruch auf Wohngeld

Grundsätzlich haben alle einkommensschwachen Bürger*innen einen Rechtsanspruch auf Wohngeld, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt werden.

Mieter*innen haben einen möglichen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie Mieter*in einer Wohnung oder eines Zimmers sind (auch Untermieter) oder Nutzer*innen von mietähnlichen Nutzungsrechten (mietähnliches Dauerwohnrecht, dingliches Wohnrecht) sind.

Eigentümer*innen haben einen möglichen Anspruch auf Wohngeld, wenn sie in ihrem Eigentum wohnen und die Kosten dafür selbst zahlen.

Bewohner*innen eines Alten- und Pflegeheims haben ebenfalls die Möglichkeit einen Wohngeldantrag zu stellen. In dem monatlich zu zahlenden Pflegesatz sind auch Mietkosten enthalten. Zur Berechnung des Wohngeldes wird daher der Höchstbetrag für die Mietstufe V zu Grunde gelegt.

Bewilligungsbeginn und Dauer des Wohngeldbezugs

Wohngeld wir im Allgemeinen für zwölf Monate bewilligt und zwar ab dem 1. des Monats, in dem der Wohngeldantrag gestellt wird. Der Bewilligungszeitraum kann in begründeten Fällen über- oder unterschritten werden. Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums kann ein neuer Wohngeldantrag (Weiterleistungsantrag) gestellt werden.

Wohngeldhöhe

Die Höhe des Wohngelds richtet sich nach der Höhe der Miete bzw. der Belastung, der Höhe des Einkommens aller im Haushalt lebenden Mitglieder und nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder, die in der Wohnung leben. Sie wird individuell berechnet.

Voraussetzungen, um Wohngeld beziehen zu können

  • Ihr Gesamteinkommen liegt nicht über einer bestimmten Grenze.
    Die Einkommensermittlung orientiert sich am Einkommensteuergesetz, d. h. maßgebend sind Ihre individuellen steuerpflichtigen positiven Einkünfte, ergänzt um einen Katalog zu berücksichtigender steuerfreier Einnahmen.
  • Sie tragen die Kosten für den Wohnraum selbst. Wenn sie durch Dritte übernommen werden, können Sie kein Wohngeld erhalten.
  • Voraussetzung für den Lastenzuschuss ist, dass die antragstellende Person in ihrem Eigentum wohnt und die Kosten hierfür selbst trägt.

Kein Wohngeld erhalten Empfänger*innen folgender Transferleistungen:

  • Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") und Sozialgeld
  • Übergangsgeld und Verletztengeld jeweils in Höhe des Arbeitslosengeldes II, auch bei Vorschüssen und Abschlagszahlungen auf Übergangs- oder Verletztengeld
  • Zuschüsse zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft für Auszubildende und Studierende
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII)
  • Hilfe zum Lebensunterhalt (Sozialhilfe nach SGB XII)
  • Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt oder andere Hilfen in einer stationären Einrichtung, die den Lebensunterhalt umfassen, nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach einem Gesetz, das dieses für anwendbar erklärt
  • Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Kinder- und Jugendhilfe, wenn im Haushalt ausschließlich Empfänger*innen dieser Leistungen leben

Ausnahmen:

  • Sie erhalten die Transferleistung ausschließlich als Darlehen oder die Transferleistung wurde abgelehnt, entzogen oder versagt
  • Sie wechseln vom Bezug einer Transferleistung in das Wohngeld
  • Personen, die mit Ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft leben und daher bei der Berechnung der Transferleistung berücksichtigt worden sind

Verfahrensablauf – Wie kann Wohngeld beantragt werden?

Das Wohngeld beantragen Sie am besten schriftlich. Wohngeldanträge bekommen sie hier, beim Bürgeramt Ihres Teilortes oder direkt in der Wohngeldstelle.

Sie müssen unterschiedliche Formulare benutzen, abhängig davon, ob Sie Wohnraum gemietet haben (Mietzuschuss) oder dieser Wohnraum Ihr Eigentum ist(Lastenzuschuss) oder Sie in einem Pflegeheim leben (Antrag für Bewohner von Heimen).

Die Entscheidung über Ihren Antrag erhalten Sie schriftlich in Form eines Bescheids, der Ihnen per Post zugestellt wird.

Bei einem positiven Bescheid überweist Ihnen die Landesoberkasse Karlsruhe (LOK) den Zuschuss einmal monatlich im Voraus auf das von Ihnen angegebene Konto.

Fristen

Erstantrag: keine
Anträge auf Weiterleistung: zwei Monate vor Beendigung des laufenden Bewilligungszeitraumes. So vermeiden Sie Zahlungsunterbrechungen.

Kosten

Für die Beantragung und Bearbeitung entstehen Ihnen keine Kosten.

Mitteilungspflicht und Änderung der Verhältnisse

Haben sich Ihre finanzielle Situation und/oder Ihre Lebensumstände verbessert bzw. verändert, kann es auch zu einer Verringerung des Wohngeldes kommen. Sie sind verpflichtet, alle Änderungen, die für die Leistung erheblich sind, unverzüglich mitzuteilen.

Änderungen, die der Wohngeldbehörde unverzüglich mitgeteilt werden müssen, sind:

  • Wohnungswechsel
  • Anzahlt der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder (z. B. Geburt eines Kindes)
  • Alle Änderungen beim Einkommen
  • Aufnahme oder Beendigung einer Arbeit oder eines Minijobs

Zur Vermeidung und Aufdeckung missbräuchlicher Inanspruchnahme von Wohngeld, wird ein regelmäßiger Datenabgleich nach § 33 Wohngeldgesetz auch in automatisierter Form, durchgeführt.

Wie berechnet sich ein möglicher Wohngeldanspruch

Für die Berechnung von Wohngeld sind Miethöhe bzw. die Zinsbelastung bei selbstgenutztem Eigentum, die Höhe des Einkommens aller im Haushalt lebenden Personen und die Anzahl der Haushaltsmitglieder ausschlaggebend.

Was versteht man unter Miete oder Belastung?

Die Miete ist das vereinbarte Entgelt für die Gebrauchsüberlassung von Wohnraum inklusiver aller Nebenkosten mit Ausnahme der Kosten für Heizung und Warmwasser. Stromkosten sind im Sinne des Wohngelds keine Wohnkosten und werden somit nicht berücksichtigt. Ebenso werden Kosten für Garagen, Stellplätze oder eines Gartens nicht zur Miete gerechnet und bleiben bei der Berechnung außer Betracht. Die Summe aus der Bruttokaltmiete wird zur Ermittlung des Wohngeldes herangezogen.

Bei Eigentümer*innen wird eine Belastung ermittelt, die sich aus den Kosten des Kapitaldienstes und der Bewirtschaftung ergeben (Zinsen und Nebenkosten mit Ausnahme der Kosten für Heizung und Warmwasser).

Mietstufen

Alle Kommunen in Deutschland werden abhängig von ihrem Mietenniveau einer Mietstufe zugeordnet. Die Mietstufe bestimmt, bis zu welchem Höchstbetrag die Miete bzw. die Belastung bezuschusst werden kann. Für Filderstadt gilt die Mietstufe V. Der Zuschuss zur Miete richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder und der Mietstufe. Liegt die tatsächliche Miete unter dem Höchstbetrag, wird die tatsächliche Miete in die Berechnung einbezogen.

Miethöchstgrenzen für Filderstadt

Miethöchstgrenzen für Mietstufe V nach Haushaltsgröße:

Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder Höchstbetrag in Euro
1 525
2 636
3 757
4 884
5 1010
Mehrbetrag für jedes weitere zu berücksichtigende Haushaltsmitglied 121

Haushaltsmitglieder

Haushaltsmitglieder sind alle Personen, deren Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehung in der Wohnung ist, für die Wohngeld beantragt wird und die mit dem Antragsteller diese Wohnung gemeinsam bewohnen.
Der Mittelpunkt der Lebensbeziehung richtet sich nach der aktuellen Lebenssituaiton der Personen. Kinder getrennt lebender Eltern können bei gemeinsamer Betreuung zu beiden Haushalten zählen. Der Umfang der gemeinsamen Betreuung ist nachzuweisen.

Einkommen

Der mögliche Wohngeldanspruch ist gestaffelt und berechnet sich aus der Höhe des anrechenbaren Gesamteinkommens und der Mietbelastung und ist abhängig von der Anzahl der Haushaltsmitglieder. Nur wenn das Einkommen innerhalb der Grenzen des anrechenbaren Gesamteinkommens liegt, besteht ein Anspruch auf Wohngeld.

Wenn absetzbare Freibeträge oder Werbungskosten geltend gemacht werden, können die zugelassenen Bruttoeinkommen entsprechend höher sein, ohne dass dadurch die Grenze des anrechenbaren Gesamteinkommens überschritten wird. Da dies von Fall zu Fall unterschiedlich ist, ist für jeden Fall eine einzelfallbezogene Berechnung vorzunehmen.

Die nachfolgende Tabelle bietet eine grobe Orientierung und bezieht sich auf die in Filderstadt geltende Mietstufe V.

Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder Grenze für das monatliche Netto-Gesamteinkommen in Euro Entsprechendes monatliches Bruttoeinkommen bei einer*einem Verdiener*in vor einem pauschalen Abzug von … % in Euro
    10% 20% 30%
1 1.095 1.204 1.314 1.423
2 1.500 1.650 1.980 1.950
3 1.815 1.996 2.178 2.359
4 2.350 2.585 2.820 3.055
5 2.675 2.942 3.210 3.477
6 3.005 3.305 3.606 3.906

Bei Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit oder aus einem Gewerbebetrieb ist der Gewinn das Einkommen. Dieses ermittelt sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres und dem Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres, vermehrt um den Wert der Entnahmen und vermindert um den Wert der Einlagen.

Mit dem Wohngeldrechner können Sie kostenfrei Ihren eigenen Wohngeldanspruch ermitteln.

Das wohngeldrechtliche Gesamteinkommen

Einkommen im Sinne des Wohngeldgesetzes (WoGG) ist die Summe der positiven Einkünfte nach § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG), sowie auch bestimmte steuerfreie Einnahmen nach § 14 Abs. 2 WoGG. Es ist grundsätzlich die zum Zeitpunkt der Antragstellung im Bewilligungszeitraum zu erwartenden Einnahmen anzugeben. Lassen sich verlässliche Aussagen über Ihre zu erwartenden Einnahmen nicht machen (z.B. bei erheblichen Schwankungen der Einnahmen), können auch die Verhältnisse vor dem Zeitpunkt der Antragstellung angegeben werden. Einmalige Einnahmen sind ebenfalls anzugeben, auch soweit sie in den letzten drei Jahren angefallen sind.

Werden durch das Finanzamt höhere Werbungskosten anerkannt, können diese abgezogen werden, wenn zu erwarten ist, dass sie aich im Bewilligungszeitraum wieder anfallen.. Dazu ist der letzte Steuerbescheid mit dem Wohngeldantrag vorzulegen.

Von dem ermittelten Betrag sind weitere Pauschalen abzuziehen, und zwar jeweils 10 Prozent für die Entrichtung von Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen und Rentenversicherungsbeiträgen.

Weiterhin können Freibeträge für besondere Personengruppen in Betracht kommen, die sich einkommensmindernd auswirken, wie z. B. der Freibetrag für eine 100 %-ige Schwerbehinderung oder bei Pflegebedürftigkeit.

Vertiefende Informationen

Rechtsgrundlagen

Wohngeldgesetz (WoGG)
Wohngeldverwaltungsvorschrift (WoGVwV)
Wohngeldgesetz-Ausführungsgesetz (WoGGAG BW)

Kontakt

Integration, Migration und Soziales
Martinstraße 5
70794 Filderstadt
Telefon (07 11) 70 03-4 27
Fax (07 11) 70 03-74 27

Öffnungszeiten

Frau Scheubert

Amtsleitung

Telefon (07 11) 70 03-2 42
Fax (07 11) 70 03-72 42
Frau Pesch
Telefon (07 11) 70 03-3 48
Fax (07 11) 70 03-73 48
Aufgaben:

Buchstaben A - F,  Mietzuschuss und Lastenzuschuss,

Mittwochs ist die Wohngeldbehörde geschlossen.

Frau Hipp
Telefon (07 11) 70 03-2 86
Fax (07 11) 70 03-72 86
Aufgaben:

Buchstaben G - Z,  Mietzuschuss und Lastenzuschuss,

Mittwochs ist die Wohngeldbehörde geschlossen.