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Antidiskriminierungs-/Antirassismusarbeit

Diskriminierung ist Alltag in Deutschland. Viele Menschen werden auf der Straße, in der Schule, an der Universität, im Beruf, bei der Wohnungssuche oder in der Freizeit durch persönliche Abwertungen und Angriffe, aber auch durch institutionell und strukturell verankerte Ausschlüsse benachteiligt und ausgegrenzt. Menschen, die sich gegen Diskriminierung zur Wehr setzen, stoßen immer wieder an Grenzen. Immer wieder werden die Erfahrungen nicht ernst genommen oder als Überempfindlichkeit abgetan. Ihre Stimme findet noch zu wenig Resonanz. Auch diejenigen, die Menschen mit Diskriminierungserfahrung unterstützen möchten, tun dies oft aus einer eher defensiven Haltung heraus. Dies müsste nicht sein. Es gibt eine eindeutige nationale und internationale Gesetzgebung gegen Diskriminierung. Das Recht auf Nichtdiskriminierung sowie kulturelle, politische und ökonomische Teilhabe ist keine Großzügigkeit. Ihre Durchsetzung ist die verpflichtende Aufgabe aller staatlichen Institutionen.

Im Erstellungsprozess des Vielfaltskonzeptes wurde in allen Handlungsfeldern thematisiert, dass es nicht nur darum geht, im Zusammenleben die kulturelle Vielfalt zu respektieren, sondern auch darum, diskriminierende Barrieren abzubauen. Im Leitsatz wurde zudem als wichtiges Ziel aufgenommen, antidemokratische Tendenzen und Rassismus abzuwehren. Es geht also um beides: Das Entgegentreten gegen offen rassistische Äußerungen und Aktivitäten, aber auch die Bearbeitung von strukturellen Ausgrenzungen sowie alltäglichen Mikroaggressionen, wie kleine verbale oder nonverbale rassistische Abwertungen auch genannt werden. Dies ist zum einen eine präventive Aufgabe, erfordert aber auch ein mutiges und aktives Eingreifen in konkreten Situationen.

Antidiskriminierungsarbeit ist ein Schlüssel zu einer inklusiven Gesellschaft. Wer sich anerkannt fühlt mit all dem, was er*sie an Ressourcen und Belastungen mitbringt, wer sich als wertvoll erfahren kann, wer das Recht erfährt, sich gegen erlittene Abwertungen wehren zu können, wird sich auch in die Gesellschaft einbringen wollen.

Eine konkrete Maßnahme, die mit der Umsetzungsstrategie des Vielfaltskonzeptes im Dezember 2020 vom Gemeinderat beschlossen wurde, ist die Mitfinanzierung (5.000 Euro) der Antidiskriminierungsstelle ADES in Esslingen im Jahr 2021. Gemeinsam mit ADES konnte in Filderstadt im Jahr 2020 bereits eine Qualifizierungsreihe für Mitarbeitende der Stadtverwaltung zum Thema „Diskriminierung vermeiden“ angeboten werden. Die Mitarbeitenden wurden darin zu Multiplikator*innen zu diesem Thema ausgebildet und sollen das mitgenommene Wissen sowie die Erfahrungen in ihre Teams weitergeben.

Davon abgesehen ist Filderstadt Modellkommune im Bundesmodellprojekt „Amplifying Voices“, das im Oktober 2020 mit einer Auftaktveranstaltung vor Ort begonnen hat. Ziel dieses Projektes ist, die Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, die sonst kaum oder gar nicht gehört bzw. gesehen werden, durch unterschiedliche Formate nicht nur zu hören, sondern auch zu ermächtigen und somit für eine Teilhabe am gesellschaftlichen/politischen Leben vor Ort zu stärken. Das Projekt läuft bis Ende 2024.

Weitere Informationen zu diesem Projekt können Sie folgender Seite entnehmen:

Projekt „Amplifying Voices“: Veranstaltungen gegen Rassismus und Diskriminierung

Zur Seite von adis e. V. gelangen Sie hier: https://adis-ev.de/empowerment/amplifying-voices

Weitere Informationen zum Thema Antidiskriminierungs-/Antirassismusarbeit können Sie dem Vielfaltskonzept ab S. 170 entnehmen.

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70794 Filderstadt
Telefon 0711 7003-427
Fax 0711 7003-7427

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