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Zehntscheuer

In Bonlanden stand das große Zehntrecht mit Ausnahme einzelner, dem Spital Nürtingen zehntpflichtiger Grundstücke der Landesherrschaft Württemberg zu.
In Bonlanden wurde der große und kleine Zehnt, sowie der Wein- und Neubruchzehnt 1852 mit rund 25.000 Gulden abgelöst, die von den zehntpflichtigen Grundstückseigentümern in jährlichen Raten bis 1874 getilgt werden konnten. 1856 verkaufte das königlich württembergische Kameralamt die Zehntscheuer an Johann Georg Thumm.

Diese Zehntscheuer war relativ klein, sie maß ca. 14 x 15 Meter und hatte eine rundbogige Einfahrt.
Eiserne, fest im Sandstein verankerte Torbefestigungen blieben bis heute erhalten. Das Erdgeschoss der Zehntscheuer wurde ca. fünf Meter hoch massiv aus Natursteinen gemauert. Unter dem Dach befanden sich weitere drei Geschosse, die als Lagerfläche (Speicher oder Bahrnt) dienten. Insgesamt ist die Zehntscheuer ca. 17 Meter hoch.



Wissenswert: Über die Jahre wurde die Zehntscheuer ziemlich baufällig. Zusammen mit dem Wohnhaus Nr. 20 und dessen Scheunenteil stellte sie ein schützenswertes Ensemble dar.
Die alte, oben erwähnte und recht baufällige Scheuer wurde abgerissen und statt ihrer eine baulich ins Gesamtbild integrierte Neubaumaßnahme (Oberdorfstraße 18/1) errichtet.
Bei dem daneben befindlichen, früher mit Schieferplatten verkleideten Wohnhaus Oberdorfstraße 20 wurde das Fachwerk freigelegt. Das Gebäude stammt wohl aus dem frühen 17. Jahrhundert. Fraglich ist allerdings, ob das Schmuckfachwerk mit seinen charakteristischen „Feuerböcken“ sich tatsächlich an diesem Haus befunden hat, da diese für unseren Raum völlig untypisch sind.

Übrigens: eines der früher innerörtlich so bedeutsamen "Gängle" führte von der alten Zehntscheuer Richtung Oberdorfstraße und mündete in diese beim "Rössle".



Nächste Stationen:
Nr. 12: Widumhof, Oberdorfstraße 14
Nr. 13: Gasthaus "Rössle", Oberdorfstraße 38

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