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Neidkopfdarstellungen

Das Gebäude wurde nach einer Inschrift im Jahre 1616 erbaut. Bis vor wenigen Jahren konnte man hier noch die zahlreichen geschnitzten Neidköpfe in erdfarbener Bemalung an den diversen Balkenköpfen bewundern. Heute sind sie unter einem grünlichen Putzanstrich verschwunden und etwas schwerer zu erkennen. Im Unterschied zum Rathaus ist hier die gesamte Giebelfront gleichmäßig mit Neidköpfen verziert. Dabei fällt die doppelte - rechts unten sogar dreifache - Anordnung der Köpfe besonders auf. Das linke Gegenstück der Dreierkombination ist nicht mehr vorhanden. Der einzelne, in der Mitte der Fassade angebrachte Kopf ist am deutlichsten ausgearbeitet, die beiden Zweiergruppen unten in der Mitte und oben links tragen Bärte.


Übrigens: Diese stilisierten Kopfdarstellungen dienten nicht ursächlich dem Schmuck des Gebäudes. Unter „Neid“ wurde einst allgemein Hass, Groll und Feindseligkeit verstanden. Die Köpfe hatten die Aufgabe, diese für die jeweiligen Hausbewohner bedrohlichen Gefühle anderer, der sogenannten "Neider" abzuwehren. Typisch für Neidköpfe ist ein starrer Gesichtsausdruck mit weitaufgerissenen Augen. Sie wurden immer, so auch am Bonländer Rathaus, an einer beherrschenden Stelle an der Hausfassade angebracht. Von hier aus konnten sie die Straßen oder Gässchen "überblicken" und alle Ankommenden mit ihrer Fratze erschrecken (Abwehrzauber). Hinter diesem Brauch steckte vor allem die früher bei den Menschen stark entwickelte Angst vor Naturerscheinungen und der große Aberglaube vor Dämonen und bösen Geistern.


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