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Umweltinfo

Auf dieser Seite finden Sie Kartierergebnisse von Flora und Fauna in Filderstadt. Zusätzlich stellen wir hier interessante Links auf andere Seiten ein.

Tagfalter-Kartierung Filderstadt

In der freien Landschaft, insbesondere Wiesen, wurde nach 24 Jahren ein Bestandsaufnahme der tagaktiven Schmetterlinge wiederholt, um die Entwicklung des Artenbestandes zu erfassen.
Untersucht wurden 22 Probeflächen von 1988 und zusätzlich drei landesweit gefährdete Arten flächendeckend erfasst: Ampfer-Grünwidderchen, Sumpfhornklee-Widderchen und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Diese drei Tagfalterarten sind so genannte Zeigerarten für die Qualität der Grünlandflächen als Lebensräume.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbräunling
Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Abbildung: Gabriel Hermann

Ergebnisse der Bestandsaufnahme:
2012 wurden insgesamt 48 Arten, 45 Tagfalter und 3 Widderchen, kartiert. Davon sind 5 als "Rote-Liste-Arten" eingestuft, diese sind gefährdete Arten, d. h. vom Aussterben bedroht. Im Vergleich hierzu wurden 1988 "nur"“ 41 Arten mit 5 "Rote-Liste-Arten" erfasst: 38 Tagfalter und 3 Widderchen. Die Artenzunahme hat folgende Gründe: Eine Arealerweiterung und starke Häufigkeitszunahme bestimmter Arten – teilweise wohl mit begünstigt durch den Klimawandel, so genannte „Klimagewinner“ – und eine bessere Erfassungsmethodik. Die höhere Artenzahl ist nicht auf Qualitätszunahmen auf Flächen zurück zu führen.
Es wurden sechs Arten nachgewiesen, die nach dem Zielartenkonzept des Landes Baden-Württemberg einen Zielart-Status besitzen. Arten der höchsten Zielarten-Kategorie ("Landesarten A": vom Aussterben bedrohte Arten) sind in Filderstadt nicht mehr vertreten. Zwei der in Filderstadt nachgewiesenen Arten sind in der zweithöchsten Gruppe "Landesart B" (Landesarten mit noch mehreren oder stabilen Vorkommen) eingestuft: Dies sind der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling und der Große Fuchs. Die vier übrigen sind so genannte "Naturraumarten": Sumpfhornklee-Widderchen, Kurzschwänziger Bläuling, Feuriger Perlmuttfalter und Kleiner Schillerfalter.

Ausblick:
Es sollten schnellstens geeignete Maßnahmen zur Stützung der drei Zielarten wie Ampfer-Grünwidderchen, Sumpfhornklee-Widderchen und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling getroffen werden. Von ihrer Umsetzung würden nahezu alle sonstigen rückläufigen Tagfalterarten profitieren. Mittelfristig sollte die Wiederansiedlung des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings als eine "Landesart A" angestrebt werden.

Geeignete Maßnahmen hierbei sind:

Die Grünlandnutzung sollte düngungsfrei mit regelmäßigem Abräumen des Mähgutes erfolgen (kein Liegenlassen oder Mulchen, sondern Mahd mit Abtransport des Mähgutes). Mahd- und Pflegezeitpunkte sollten nicht pauschal festgelegt, sondern an der Produktivität des Aufwuchses orientiert werden. So müssen produktivere, stark verarmte, vergraste oder zur Verbuschung neigende Flächen zumindest vorübergehend häufiger gemäht oder entbuscht werden. Hierbei ist das Mähgut gründlich zu entfernen und Gehölzschnitt dagegen thermisch zu verwerten (Holzpellets, Hackschnitzel).
Über Nutzungsverträge der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) mit den Grünlandbewirtschaftern könnte die Grünlandnutzung individuell für die einzelnen Arten geregelt werden.
 
Hier folgen beispielhaft die Vorgaben für eine Nutzung beim Vorkommen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings: Keine Mineral- oder Flüssigdüngung (Stallmistdüngung in mehrjährigem Abstand möglich). Mahdzeitpunkte: erster Mahdtermin zwischen dem 10. und 25.6., zweiter Mahdtermin zwischen dem 1.9. und 15.10., der zweite Mahdtermin ist dem Bewirtschafter freigestellt. Eine Brache ist für maximal zwei Vegetationsperioden zulässig – keine Mahd, kein Mulchen. Der Abtransport des Mähgutes ist bei der Mahd verpflichtend. 
Gesamtbericht und Projektleitung: Gabriel Hermann, Dipl.-Ing. Umweltsicherung
Im Auftrag des Umweltschutzreferates Filderstadt, Dezember 2012

Kartenmaterial Tagfalterkartierung

Weitere Kartierungen

Pflanzenkartierungen an renaturierten Bachabschnitten: (81 KB) Achgraben, Fleinsbach, Neuhäuser Bach und Waagenbach finden Sie auf den Seiten der Biotopkartierer Filderstadt.

Flyer zu Brut- und Schonzeiten: "Alles hat seine Zeit ..."

Das Umweltschutzreferat hat einen Flyer mit dem Titel "Alles hat seine Zeit ..." (592,7 KB) zu den wichtigsten Zeiten in der Natur und Landwirtschaft aufgelegt. Er wurde in Filderstadt verteilt und ist bei den einzelnen Bürgerämtern und im Umweltschutzreferat erhältlich.

Umweltinformationen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Aktuelle Messwerte über Ozon, Hochwasser, Radioaktivität und viele andere interessante Infos über unsere Umwelt finden Sie auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg.