Neues Angebot des KSD der Stadt:

Bürger*innen haben die Wahl: analoge oder digitale Beratung?

FILDERSTADT. Viele Menschen plagen derzeit Geldsorgen, Schulden, Familienprobleme, gesundheitliche Belastungen, Ängste, die Wohnung oder den Job zu verlieren, und vieles mehr. Beratung in vielen Lebenslagen bietet der städtische Kommunale Soziale Dienst (KSD) allen Filderstädter*innen an – und dies im persönlichen Gespräch in den Verwaltungsbüros und ab sofort auch in digitaler Form (per Videoschalte oder in einer offenen Chatsprechstunde).

Die Bürger*innen haben jetzt die Wahl der Beratungsform: analog oder digital, persönlich oder anonym. Dies verspricht das engagierte Team aus dem Amt für Integration, Migration und Soziales um die stellvertretende Leiterin Heike von Broock. Gemeinsam wurde das neue digitale Format federführend von zwei Mitarbeiterinnen erarbeitet, die sich im Bereich Digitalisierung in der Sozialen Arbeit fortbilden ließen. Die Durchführung der Online-Beratungen erfolgt durch das gesamte Team.

„Die Digitalisierung der Beratung stand schon seit Jahren auf unserer Wunschliste“, erklärt Heike von Broock. Der Einzug moderner Technik sei bereits 2020 ein Ziel in der Konzeption „Soziale Beratung im Amt für Integration, Migration und Soziales“ gewesen. Geplant, ausgetüftelt, umgesetzt. Dank eines professionellen Anbieters (einem Spezialisten in der Online-Beratung) ist das ergänzende Angebot nun gestartet. Es kann quasi von überall – mit dem Handy oder PC – genutzt werden. Finanziell unterstützt wird der Service durch das Förderprogramm des Landes „Integration vor Ort“.

„Keine extra App notwendig“

„Dafür ist keine extra App notwendig. Die Plattform funktioniert browserbasiert und kann ohne zusätzliche Softwareinstallation übers Internet genutzt werden“, weiß Elisa Caruana aus dem KSD-Team. Die Verlinkung zur Chat- oder Videoberatung fänden Interessierte einfach auf der städtischen Homepage unter: www.filderstadt.de. Durch die digitalen Zusatzangebote entstünden, so die Mitarbeiterin, flexible Zugangswege zur Sozialberatung. Und Amtsleiter Christos Slavoudis ergänzt: „Wir wollen es unseren Klientinnen und Klienten leichter machen. Wir sind ja Dienstleister.“

Vom neuen Service können insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder sozialen Ängsten oder Hemmschwellen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, mit familiären Verpflichtungen oder auch (ganztägig) Berufstätige profitieren. Unabhängig der Beratungsform betont Teammitglied Justyna Anna Molik-Böpple: „Unsere Angebote sind freiwillig, vertraulich, kostenfrei, niederschwellig und kultursensibel.“

Donnerstags: Chatsprechstunde

Zur neuen Wahlmöglichkeit: Zunächst findet einmal wöchentlich (donnerstags von 14 bis 16 Uhr) eine offene Chatsprechstunde statt. Hierfür sind keine vorherigen Anmeldungen oder Terminbuchungen notwendig. „Dies erleichtert gerade auch Erstkontakte“, wissen Caruana und Molik-Böpple. Die gestellten Fragen werden (je nach Thema und Wunsch) entweder öffentlich sichtbar oder in einem privaten Chatroom beantwortet. Der Zugang ist zum einen über den Link auf der städtischen Homepage sowie zum anderen über den Scan eines speziellen QR-Codes möglich.

„Sollte dieser Service sehr gut angenommen werden, können wir diesen bei Bedarf auch ausweiten“, kündigt Heike von Broock schon einmal an. Sie denkt dabei beispielsweise auch an ganztags Berufstätige oder Alleinerziehende, die nur in den Abendstunden eine Beratung des Kommunalen Sozialen Dienstes in Anspruch nehmen könnten. In diesem Zusammenhang dankt sie ihrem Team für dessen hohe zeitliche Flexibilität und das große Engagement für die Filderstädter Bevölkerung.

Videoberatung für Klient*innen

Die individuelle und personalisierte Videoberatung ist den Klient*innen vorbehalten, die bereits in Beratung sind und eine zuständige Mitarbeiterin haben. Ab sofort können online Termine gebucht werden. „Diese Plattform ergänzt die bestehenden Beratungsangebote (in Präsenz, zu Hause, per Telefon oder E-Mail) und ermöglicht eine flexible sowie ortsunabhängige Durchführung der Beratungsgespräche“, erläutert Elisa Caruana.

Eines steht – unabhängig der Form der Beratung – fest: Der Bedarf ist riesig. Heike von Broock: „Seit 2022 sind die Anfragen in die Höhe geschnellt – unter anderem seit Corona und dem Ukrainekrieg.“ So müssten Klient*innen in der Regel rund drei Monate auf ein ausführliches Gespräch warten (die Ausnahme: Notfälle). Die stellvertretende Amtsleiterin weist darauf hin, dass die Mitarbeiterinnen trotz der sehr hohen Arbeitsbelastung bemüht seien, anfragenden Menschen innerhalb einer Woche eine Kurzberatung (telefonisch oder per Mail) zu ermöglichen. Ein Blick auf die Statistik: Allein in 2024 wurden 6.827 persönliche Beratungsgespräche dokumentiert. Tendenz steigend.

Einzige Online-Beratung im Landkreis Esslingen

Die digitalen Formate sind im September 2026 angelaufen. Nach Erkenntnissen von Amtsleiter Christos Slavoudis ist derzeit Filderstadt die einzige Stadt/Gemeinde im Landkreis Esslingen, in der der Kommunale Soziale Dienst auch online berate. Der Blick in die „Kristallkugel“: Nach erfolgreichen Einzelberatungen könnten zudem digitale Gruppengespräche sowie themenspezifische Informationsveranstaltungen erfolgen. Die Akzeptanz der modernen Formate sowie die Resonanz der Bürger*innen werden letzten Endes den künftigen (Beratungs-)Weg weisen. (sk)