„Krone-Areal“: Ausstellung präsentiert Arbeiten des Realisierungswettbewerbs
Mit einem Siegerentwurf drei Ziele im Herzen von Bernhausen erreicht
FILDERSTADT. Gleich drei Ziele sollen mit einem Neubau im Herzen von Bernhausen erreicht werden: die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum, eines Multifunktionsraums (für die Stadtbibliothek, vhs,…) sowie eines Gastronomieangebots mit Außenbewirtung. Aus dem Realisierungswettbewerb mit dem Titel „Zuhause im Stadtteil“ ist nun ein Siegerentwurf hervorgegangen, der die Zukunft des „Wohnhauses mit Mehrfachnutzung“ an der Ecke Nürtinger Straße/Bernhäuser Hauptstraße/Volmarstraße – sprich auf dem so genannten „Krone-Areal“ - erahnen lässt. Die eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer Ausstellung in der Stadtbibliothek bis 25. Juli 2026 gezeigt. Diese Exposition eröffnet Oberbürgermeister Christoph Traub am 6. Juli um 16.30 Uhr. Die Bevölkerung ist hierzu herzlich eingeladen.
Im Fokus der öffentlichen Präsentation steht der Entwurf des Wettbewerbssiegers: von Günter Hermann Architekten, Stuttgart, sowie Schuler und Winz Landschaftsarchitekten Partnerschaftsgesellschaft mbB, Balingen. „Zur Realisierung dieser Arbeit laufen derzeit noch die Vergabegespräche mit den Wettbewerbsgewinnern“, erklärt Daniela Sattler, die Projektleiterin vom Filderstädter Hochbauamt. Im Falle einer Einigung (Vertragsabschluss) könnten die weiteren Planungsschritte eingeleitet und schließlich umgesetzt werden.
Zur Vorgeschichte: Auf dem allgemein als „Krone-Areal“ bekannten Grundstück (Standort des ehemaligen Gasthauses „Krone“) befindet sich derzeit ein öffentlicher Parkplatz. Dort soll in naher Zukunft auf gemeinsamen Wunsch der Stadtverwaltung und des Gemeinderats ein „Wohnhaus mit Mehrfachnutzung“ (Wettbewerbsvorgabe) entstehen. Auf einen Ideenwettbewerb sowie den städtebaulichen Rahmenplan folgte nun ein Realisierungswettbewerb, im Zuge dessen 23 Teilnehmer ihre Entwürfe einreichten. Eine Jury aus Architekten, Verwaltung und Gemeinderat hat nun kürzlich die Preise vergeben.
Baukörper für Multifunktionsraum, Gastronomie und geförderten Wohnraum
Ein Blick auf den Siegerentwurf: Der künftige Gebäudekomplex (aus zwei ineinanderfließenden Baukörpern - drei- beziehungsweise viergeschossig) liegt an der Achse Nürtinger Straße/Bernhäuser Hauptstraße und Volmarstraße – quasi in Verlängerung der Bernhäuser Fußgängerzone. Im Erdgeschoss – genauer auf der Nordseite) befindet sich der Multifunktionsraum. „Er bildet das Herzstück des Neubaus“ (Beschreibung Günter Hermann Architekten). Durch seine großzügigen Fenster „strahle er in die Umgebung aus“. Die Gastronomie – ebenfalls ebenerdig - wird auf der Gebäudesüdseite eingerichtet.
Dort gibt es auch genügend Platz für einen bewirteten Außenbereich. Dieser soll sowohl sonnige als auch schattige Aufenthaltsbereiche sowie vielfältige Spielangebote aufweisen. Beide Nutzungen (Multifunktionsraum und Gastronomie) werden über ein gemeinsames Foyer erschlossen, dessen Zugang sich an der Volmarstraße befindet. Der Eingang zu den Wohnungen (in den Obergeschossen) sowie die Zufahrt zur Tiefgarage liegen an der Nürtinger Straße. Die geplanten Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen können gestaffelt zwischen 50 und 90 Quadratmeter variieren. Die Architekten: Die Umsetzung sozial geförderten Wohnraums sei ebenso möglich wie eine etwaige freie Vermarktung zu einem späteren Zeitpunkt. Eine Besonderheit: Sämtliche Wohnungen gruppieren sich um eine Gemeinschaftsterrasse in der ersten Etage, die auch einen geschützten Spielbereich für Kleinkinder aufweisen soll. „Dies fördert die Kommunikation im Haus und bringt zusätzliches Licht in das Gebäudeinnere“, ist im Erläuterungstext zum Siegerentwurf zu lesen.
Kostengünstiger Wohnungsbau
Weiter heißt es dort: „Die wichtigsten Grundsätze des kostengünstigen Wohnungsbaus – wie übereinanderliegende Grundrisse, die Minimierung der technischen Erschließung sowie die Verwendung gleichartiger Bauteile (zum Beispiel bei den Fenstern) – sind integraler Bestandteil des Entwicklungskonzepts.“ Die Planungen mit Blick auf die fortschreitenden Klimaveränderungen: Alle befestigten Freiflächen erhalten „Sickerpflaster“, die den Regenwasserabfluss minimieren. Zudem werden die „Dachlandschaften“ (Architekten) begrünt und die Bäume in ausreichendem Erdvolumen gepflanzt.
Apropos Klimaschutz: Ziel des Gebäude Energiekonzepts ist eine nachhaltige Gesamtlösung mit hoher Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Nutzerkomfort. In Zeiten umwälzender klimatischer Veränderungen setzt der Sieger-entwurf unter anderem auf guten baulichen Sonnenschutz, eine leistungsstarke Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage auf dem Flachdach, eine Zisterne zur Regenwassernutzug, die Verwendung von Holz (Fassade) und nicht zuletzt auf die Auswahl von Materialien unter Berücksichtigung der so genannten „grauen Energie“ (in diesem Fall vor allem durch die Verwendung nachwachsender oder recycelter Rohstoffe sowie Verzicht auf Verbundstoffe und Schadstoffe).
Christoph Traub: „Schritt in Richtung Innenstadtbelebung von Bernhausen“
Die Wettbewerbsjury kam zu folgender Einschätzung des Entwurfs von Hermann, Schuler und Winz: „Der neue hybride Stadtbaustein in Bernhausen trifft.. den Ton der Umgebung und setzt einen identitätsstiftenden Akzent. Dieser sensible Umgang mit dem Ort wird auf allen Maßstabsebenen konsequent weitergeführt.“ Architektin Daniela Sattler zum weiteren Vorgehen: Im September werde der Technische Ausschuss, im November der Gemeinderat über das weitere Planungsvorgehen entscheiden.
Oberbürgermeister Christoph Traub: „Mit dem Neubau in zentraler Lage von Bernhausen kann dringend benötigter geförderter Wohnungsbau realisiert werden – ein wichtiges gemeinsames Anliegen von Stadtverwaltung und Gemeinderat. Zudem geht das Gebäude mit der Schaffung eines weiteren Gastronomieangebots mit Außenbereich sowie von Räumlichkeiten für Veranstaltungen der benachbarten Stadtbibliothek und weiterer städtischer, vereinsgebundener und auch öffentlicher Nutzungen einen guten Schritt in Richtung Innenstadtbelebung.“ Wichtig sei es ihm, bei der Weiterentwicklung des Quartiers auch die Anwohnerschaft einzubinden.
Die Ausstellung zum Wettbewerb „Zuhause im Stadtteil“ kann bis 25. Juli 2026 zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbibliothek (Volmarstraße 16 in Bernhausen) besucht werden. Die Anwohnerschaft ist bereits im Rahmen eines „Nachbarschaftsgesprächs“ von der Verwaltungsspitze über das Vorhaben informiert worden. (sk)