Dank der Karl Schlecht Stiftung: Zehn Jahre FILUM

Ein (Gebäude-)Würfel hat den Traum wahr werden lassen…

FILDERSTADT. Ein wahrer Traum ist vor zehn Jahren in Erfüllung gegangen: Dank des einzigartigen Engagements der Karl Schlecht Stiftung haben die Menschen in Filderstadt ein außergewöhnliches Musikschulgebäude erhalten: das FILUM an der Poltawastraße 5 in Bernhausen. Mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm wird dieser Geburtstag gebührend gefeiert. Los geht‘s am 4. Juli 2026 mit einem „Tag der offenen Tür“. Dann heißt es für Klein und Groß: hereinspaziert, staunen, entdecken, ausprobieren, lernen und jede Menge Spaß haben!

Die städtische Uhr einige Jahre zurückgedreht: Kaum einer hätte damals zu träumen gewagt, was in nur eineinhalb Jahren Bauzeit (Frühjahr 2015 bis Spätherbst 2016) auf einer Wiesenfläche inmitten von Filderstadts Bildungszentrum entstanden ist – ein Gebäudewürfel, der in seiner Gestaltung besondere Akzente setzt. Schon dessen Außengestaltung thematisiert eine Klaviertastatur – und zwar in deren Umkehrung. Die schwarzen Tasten ragen nicht heraus, sondern sind quasi in die Fassade hineingedrückt. Die weißen Tasten finden sich im elfenbeinfarbenen Putz wieder.

Und wo Musik „draufsteht“, ist bekanntlich auch Musik drin: in den Kubus-Innenräumen. „Hier wirkt hochwertige Baukunst auf Geist und Körper“, heißt es im FILUM-Flyer. Der Konzertsaal im Untergeschoss ist das Herzstück des Hauses. Er bietet Platz für 260 Besuchende und nimmt in seiner Gestaltung (in Form, Farbe und Material) Bezug auf Instrumente sowie eine Klaviertastatur.

Oberbürgermeister Christoph Traub: „Das FILUM als Bauwerk ist von außen tolle Architektur und von innen eine Raumgestaltung, die Musik zum Erklingen bringt, beste Lern- und Lehrmöglichkeiten bietet und Musikschule gut organisiert. Das FILUM als Musikschule ist Bildungsort nach innen und Kooperationspartner nach außen, es ist Lernort für alle Generationen, bietet Chancen und schafft Kultur.“

Moderne und Funktionalität auf rund 4.000 Quadratmetern

Das Architekturbüro Wilford Schupp (heute: „ORANGE BLU“) hat darüber hinaus auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern und fünf Ebenen unter anderem 22 akustisch optimierte Unterrichtsräume, vier Übungskabinen, diverse Kammermusik- und Ensembleräume geschaffen. Ein Atrium in Kelchform verbindet im Innenbereich sämtliche Geschosse miteinander und bildet den kommunikativen Kern des Hauses. Moderne und Funktionalität fließen ineinander.

Im Foyer können die Besuchenden in der Cafeteria verweilen, die im Rahmen eines inklusiven Konzepts von Mitarbeitenden der Karl-Schubert-Gemeinschaft (KSG) Filderstadt betrieben wird. Kaffee, kalte Getränke, kleine Snacks und wechselnde saisonale Angebote können von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr beim freundlichen Team geordert werden – im Sommer gerne auch auf der Terrasse.

Bleier: „Kommunale Bildungseinrichtung“

Das FILUM – ein modernes Gebäude mit vielfältigen Möglichkeiten. Musikschulleiterin Katrin Bleier erklärt: „Wir sind ein musikalisches Bildungszentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, das auch über Filderstadt hinaus sehr positiv wahrgenommen wird.“ Ein weiteres zentrales Standbein des Hauses: Die Musikschule Filderstadt kooperiere mit Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Kirchen sowie Vereinen der Stadt. Insgesamt werden somit rund 5.000 Schüler*innen (überwiegend aus der Großen Kreisstadt) von etwa 80 Lehrkräften unterrichtet.

Durch den Umzug im Jahre 2016 von der Fröbelstraße 3 (alter Standort der Musikschule) an die Poltawastraße 5 ist so manches in Bewegung gekommen: beispielsweise ist die Schüler*innen-Anzahl (insbesondere durch den stetig wachsenden Bereich an Bildungskooperationen mit Kitas und Schulen) kontinuierlich gestiegen. Inzwischen zählt die Einrichtung zudem 31 Ensembles und sechs Chöre als Keimzellen des gemeinsamen Musizierens.

Standortwechsel erweist sich als großer Fortschritt

Ein Blick zurück in vergangene Zeiten: 1974 haben die damals selbstständigen Gemeinden Bernhausen und Bonlanden an der Fröbelstraße 3 eine Musikschule erhalten, die bereits 1975 (nach dem Zusammenschluss der heutigen fünf Ortsteile) zur Gesamteinrichtung der Großen Kreisstadt Filderstadt wurde. Auch dort (in einem einstigen Schulgebäude) wurde über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg sehr engagiert und qualitätsvoll gearbeitet. Jochen Immesberger, der stellvertretende Leiter der Musikschule, und Musikdirektor Robert Wieland (Leiter des FILUM Sinfonieorchesters sowie des Jugendsinfonieorchesters) erinnern sich mit einem Schmunzeln an die damalige Unterbringung am Ursprungssitz: „Es war eng und auch etwas dunkel…“

Eine langjährige Bekanntschaft brachte schließlich den entscheidenden Stein ins Rollen … Therese Wieland (Mutter von Robert Wieland) fragte vor vielen Jahren die Unternehmergattin und Kulturfreundin Brigitte Schlecht, ob sie nicht das namhafte Filharmonische Kammerorchester (heute FILUM Sinfonieorchester) unterstützen wolle. Sie sagte „Ja“, und das Ehepaar Schlecht wurde zu treuen Konzertgästen und Förderern des Orchesters. Eine wahrlich glückliche Fügung, wie sich herausstellen sollte. Durch den bestehenden Kontakt machte schließlich auch Maria Fiedler, die ehemalige Musikschulleiterin, die Bekanntschaft mit der Familie Schlecht. Sie erzählte dem Paar von ihrer Idee einer modernen Musikschule für Filderstadt. Mehr noch. Es gelang der Powerfrau, die Beiden für ihre Vision zu begeistern. Und so ließ die „Karl Schlecht Stiftung“ diesen Traum 2016 Wirklichkeit werden. Die beliebte Einrichtung bekam eine neue Wirkungsstätte.

Brigitte und Karl Schlecht (im April 2023) über ihr „Präsent“ an die Bevölkerung: „Wir wollen den Menschen und der Musik in Filderstadt einen Raum für Begegnungen und zum ,Lernen-Lernen‘ schenken, einen Raum, in dem man Freude am eigenen Können spürt und der unsere Jugend bereichert. Wir wünschen uns, dass das FILUM immer ein Ort der Freude, des Lernens und liebender Verbundenheit ist. 

„Jetzt konnte sich das bereits vorhandene Potenzial entfalten“

Der Umzug innerhalb Bernhausens entpuppte sich als eine besondere „Zeitreise“. Das Fundament einer etablierten Musikschule wurde bereits in den Anfängen gelegt. Wenige Jahre und einen deutlichen Fortschritt in Bau und Technikausstattung später: Die Musikschule Filderstadt hat sich an der neuen Bernhäuser Adresse spürbar weiterentwickelt. Jochen Immesberger: „Das Potenzial dafür war schon immer da. Doch nun hatte es auch den notwendigen Platz, sich angemessen zu entfalten.“ Schüler-, Lehrkräfte-, Chor- und Ensemblezahlen stiegen. Mit ihrem breit gefächerten Angebot hat sich die Musikschule zu einem Zentrum für musikalische Bildung entwickelt, das auch über die Stadtgrenzen hinaus sehr geschätzt wird.

Zum Leitbild: Auch die bekannten drei „i“ sind stetig weiterentwickelt worden. Filderstadts Musikschule gibt sich seit jeher unter anderem international, interkulturell sowie integrativ. Traub: „Das FILUM als Begegnungsort ist international, interkulturell und integrativ, es erzeigt damit buchstäblich einen „Guten Ton“ in Filderstadt, formt Haltung und ist damit auch Stützpfeiler unserer vielfältigen und demokratischen Stadtgesellschaft.“

Katrin Bleier: „Neben der ebenso wichtigen Breitenarbeit ist im FILUM – auch im Stiftersinne – die Chance gegeben, besondere Talente und herausragende Schüler*innen zu fördern und zu unterstützen – sei es durch Stipendium oder hochwertige Instrumente.“ Ungeachtet, ob musikalische Bildung für jede/n oder für besonders begabte Schüler*innen – es gehe, so die Leiterin, immer um „Potenzialförderung“.

Im Vordergrund steht die Persönlichkeitsbildung

Für die Mitarbeitenden der Musikschule wie für die Karl Schlecht Stiftung (gegründet 1998, Sitz in Aichtal, weiteres Büro in Berlin) steht aber noch etwas ganz Entscheidendes im Vordergrund der Einrichtungspädagogik: die Persönlichkeitsbildung – insbesondere von jungen Menschen. Dr. Kira Eghbal-Azar, Senior-Referentin Kultur im Stiftungsteam, erinnert daran, dass dem aus Bernhausen stammenden Stiftungsvater – Professor h.c. Dr. h.c. Karl Schlecht – die Vermittlung von charakterfördernden Werten sehr wichtig gewesen sei. Die Verbesserung von Führung in Business und Gesellschaft (Stichwort: „Good Leadership“) durch humanistische Werte stelle eine Leitidee der Stiftung dar. Der Erfolg (in allen Lebensbereichen) liege unter anderem „in der Bereitschaft, mit Liebe zum Tun immer wieder etwas zu lernen und zu verbessern“. Diese Einstellung charakterisiert auch das Motto des Stifters – das ,Suchen und Fördern des Guten schlechthin‘.“

Die Karl Schlecht Stiftung hat nicht „nur“ das FILUM erbaut. Sie unterstützt darüber hinaus den laufenden Betrieb sowie zahlreiche Projekte der Musikschule (zum Beispiel den FILUM-Talentwettbewerb für Streichinstrumente oder das Musical-Sommercamp). Dem herzlichen Dank von Katrin Bleier schließt sich auch Oberbürgermeister Christoph Traub an: „Mein Dank gilt der Karl Schlecht Stiftung und auch dem Stifterehepaar, namentlich dem bereits verstorbenen Karl Schlecht sowie seiner Frau Brigitte Schlecht, ebenso den heutigen Stiftungsverantwortlichen.“ Das FILUM sei „mehr als eine Investition, mehr als eine Geste“. Das Stadtoberhaupt: „Es ist ein großartiges ,Geschenk‘ mit Leuchtturmwirkung über Filderstadt hinaus, für das wir der Karl Schlecht Stiftung sehr dankbar sind.“ Traubs Wertschätzung gilt ferner denen, die im Gebäude die Musikschule Filderstadt verantworten, sowie jenen, die sie in Gemeinderat und Verwaltung mittragen.

Dank an Stiftung und Förderverein

Der Dank des Stadtoberhaupts sowie des Musikschulteams gilt ferner dem rührigen Förderverein unter dem Vorsitz von Ursula Bauer. Der Verein hilft durch ehrenamtliche Arbeit sowie finanzielle Mittel. Sein „Rollen“- Verständnis: Leihinstrumente anzuschaffen, Stipendien zu vergeben, Projekte wie Konzertreisen oder auch Fahrzeugtransporte zu ermöglichen.

2016 bis 2026: In den nächsten Wochen und Monaten werden zehn Jahre Erfolgsgeschichte FILUM gefeiert (siehe Kasten). Ein Tipp für alle, die mehr über das außergewöhnliche Gebäude und die Musikschule Filderstadt erfahren möchten: der informative und kurzweilige Audio-Guide. Der passende QR-Code fürs Smartphone kann an der Cafeteria-Theke im Foyer/Erdgeschoss eingescannt werden. Dann kann es auch schon losgehen…

Mit dem Umzug der Musikschule Filderstadt von der Fröbel- an die Poltawastraße in Bernhausen hat sich ein wahrer Traum für viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfüllt. Nun ist die Bevölkerung herzlich eingeladen, den zehnten FILUM-Geburtstag mitzufeiern. Happy Birthday! (sk) 

Zehn Jahre FILUM – es wird gefeiert: save the date

Tag der offenen Tür - „Gemeinsam wachsen mit Musik!“ am 4. Juli 2026, von 10 bis 14 Uhr

  • Ein abwechslungsreiches musikalisches Programm und offene Unterrichtsangebote sowie Begegnungen mit Lehrkräften und Schüler*innen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Der Tag beginnt mit einer Eröffnungsveranstaltung ab 10 Uhr im Konzertsaal.

Benefizkonzert: „Thursday Night in Filderstadt – With A Jazz Guitar Legend“ am 23. Juli 2026 um 19 Uhr

  • Schüler*innen stehen gemeinsam mit einer wahren Jazz-Gitarren-Legende auf der Bühne. Der Erlös des Benefizkonzerts kommt dem Fachbereich Jazz/Rock/Pop zugute. Tickets können über das Online-Portal „eventbrite“ in verschiedenen Kategorien gebucht werden.

Konzert des Jugendsinfonieorchesters zum Jubiläum zehn Jahre FILUM am 22. Oktober 2026 um 19.30 Uhr

  • Leitung: Musikdirektor Robert Wieland

Talentakademie Jahresabschlusskonzert im Jubiläumsjahr zehn Jahre FILUM um 19. Dezember 2026 um 17 Uhr

  • Leitung: Lisa Neßling