Baumpflanzaktion des Jugendgemeinderats (JGR)

Jugendliche pflanzen ihren „eigenen Wald“

Gruppenfoto auf der bepflanzten Fläche im Wald. Auf dem Bild sind die Mitglieder des Jugendgemeinderats, Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie des Forstbetriebshofs
Erfolgreiche Aktion: Mitglieder des Jugendgemeinderats pflanzten zusammen mit städtischen Mitarbeitern 150 klimaresiliente Jungbäume. Foto: Susanne Abel

FILDERSTADT. Umwelt und Klimaschutz sind wichtige Themen für Jugendliche. In Plattenhardt ist vergangene Woche ein sichtbares Zeichen für den Klimaschutz gepflanzt worden. Zusammen mit städtischen Mitarbeitern haben Mitglieder des Filderstädter Jugendgemeinderats (JGR) in einem Waldstück 150 Feldahorn- und Elsbeeren-Bäume gesetzt. Die Jugendlichen waren mit viel Engagement dabei und durften bei jedem einzelnen Schritt „selbst Hand anlegen“.

Die erste Aktion im vergangenen Jahr kam bei den Jugendlichen gut an. Dabei wurden auf dem Gelände der Realschule Bildungszentrum Seefälle in Bonlanden drei Bäume gepflanzt. Das Ziel: Schattenspender für den Schulhof an heißen Tagen. Doch die Mitglieder des JGR wollten mehr für das Klima tun. Nachhaltig und sichtbar sollte sein, dass sich die Schüler*innen für die Natur einsetzen.

Nach Rücksprache mit Revierförster Tobias Haußmann, der „Feuer und Flamme“ für die Aktion mit den engagierten Jugendlichen war, fand sich ein geeignetes städtisches Gebiet für eine weitere Baumpflanzaktion. Auf einer Fläche von 0,2 Hektar am Wald-rand in Plattenhardt an der Waldenbucher Straße wurden 150 junge Elsbeeren- und Feldahorn-Bäume – an den Klimawandel angepasste Baumarten – in die Erde gesetzt.

Federführend für die Aktion waren Dr. Ulrich Schwarz und Nils Scheiring vom Amt für Klimaschutz, Steuerung und Kommunikation. „Junge Menschen engagieren sich für den Klimaschutz in ihrer Stadt – das unterstützen wir gerne!“, betont Ulrich Schwarz, Filderstadts Klimaschutzmanager. Sein Kollege Nils Scheiring von der Geschäftsstelle Jugendgemeinderat ergänzt: „Umweltthemen und Klimaschutz haben einen großen Stellenwert im JGR. Den Jugendlichen ist es wichtig, präsent zu sein und mitzuhelfen, Gutes für die Natur zu tun.“ Ein Zeichen für den Umweltschutz konnten alle Beteiligten setzen und legten bei jedem Schritt „selbst Hand an“: Loch graben, Jungpflanze in die Erde setzen, Erdreich verdichten, mit Stecken befestigen und Bissschutz anbringen. Jeder Handgriff saß. Die Jugend pflanzte quasi „ihren eigenen Wald“.

Gute Klimaprognose für die Jungbäume

Elke Rimmele-Mohl vom zuständigen Forstamt stand mit Rat und Tat zur Seite: „Nahe der Straße pflanzen wir mit dem Feldahorn Bäume, die nicht so hoch werden, um die Sicherheit der Landstraße zu gewährleisten. Danach folgen Elsbeeren, die mit dem bereits vorhandenen Wald zusammenwachsen können.“ Das sei jetzt die „Grundausstattung“ der Fläche, erklärte die Forstwirtin. Im Laufe des Frühjahrs würden die jungen Bäume anwachsen. Hinzu kämen Samen von anderen Bäumen sowie von Gräsern. Das Ziel sei ein klimaresilienter Mischwald, der gut mit den veränderten Bedingungen (Hitze, Trockenheit) zurechtkomme.

„Die Knospen der Elsbeere sind die Leibspeise der Rehe. Daher müssen die zarten Triebe geschützt werden. Hier kommen biologisch abbaubare Wuchsschutzhüllen zum Einsatz. Die Stecken, mit denen die jungen Triebe befestigt werden, sind aus Robinienholz und verrotten ebenfalls im Laufe der Zeit“, so Rimmele-Mohl. Die Aktion kam bei den Jugendlichen sehr gut an. Jugendgemeinderätin Success Enoghama-Aibangbe: „Wir durften alles selbst machen: vom Loch ausheben über den Baum setzen bis hin zum Bissschutz. Eine tolle Sache!“ Paula Schönherr: „Wir möchten Filderstadt zu einem schönen Ort machen.“ Und ihr Bruder Felix ergänzt: „… und gleichzeitig der Natur Gutes tun!“ Tatkräftig unterstützt wurden die Jugendlichen von den städtischen Forstwirten Thomas Gerstner und Tobias Knödler. Das Ergebnis am Ende des Nachmittags kann sich sehen lassen. Die 150 Jungbäume stehen nun in Reih und Glied mit drei Metern Abstand und viel Platz zum Wachsen.

Nils Scheiring und Ulrich Schwarz sind zufrieden mit der gelungenen Aktion: „Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Pflanzaktionen folgen werden.“ (ab)