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Filderstadts Persönlichkeiten - Adam Bürkle

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Adam Bürkle

Am 25. Januar 1825 wurde Adam Bürkle als viertes Kind des Schmieds Johann Georg Bürkle und seiner Frau Anna Barbara, geb. Weinmann in Plattenhardt, Kirchstraße 27, geboren. Die Familie war nicht wohlhabend, der Vater war zwar im Kirchenbuch als Schmied - eigentlich ein sehr angesehener Handwerksberuf - bezeichnet, allerdings führte er keinen selbständigen Handwerksbetrieb. Adam Bürkle wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Am 12. November 1845 berief das württembergische Konsistorium den 20-jährigen "Lehrergehilfen" Bürkle, damals tätig in Erpfingen, Dekanat Reutlingen, als Nachfolger des Schulgehilfen Scherk nach Plattenhardt. Er war dort sehr erfolgreich. Im Jahr 1852 schließlich vermerkt das Plattenhardter Kirchenbuch über Bürkle, er sei 1852 zusammen mit Barbara Roth und der gemeinsamen Tochter Caroline "nach Amerika entwichen".
 
Zuerst ging er für ein Jahr nach Lancaster County, Pennsylvania. Die nächste Station war Lansing, Michigan, wo er 10 Jahre lang, nämlich von 1857 bis 1867, als Pfarrer tätig war. 1867 wechselte Adam Bürkle nach Woodville bei Toledo/Ohio, wo er für die nächsten 12 Jahre blieb. In den Jahren 1876/77 war er Vorsteher (visitor) und Präsident der evangelisch-lutherischen Synode von Ohio.

Dass Adam Bürkle als 53-jähriger noch einmal ganz von vorne anfing, um im wenig besiedelten Arkansas mitten in der Prärie eine Ansiedlung zu gründen, muss zunächst überraschen. "Sein Traum war, eine Kolonie zu errichten und eine neue Synode seiner Kirche zu gründen," so die Erklärung der Historiographin von Stuttgart Bennie Burkett.
 
Nach längerer Suche nach einem geeigneten Stück Land erfuhr Bürkle davon, dass es in der Grand Prairie in Arkansas vielseitige unbewohnte Ländereien gab. Zusammen mit seinem Freund Jake Gressle fuhr er im Jahr 1877 mit der Eisenbahn über Little Rock nach Carlisle/Arkansas. Dort nahmen sie ein Ochsengespann und erreichten einige Tage später die Prärie, wo bei Gum Pond ein Gelände gefunden wurde, das geeignet erschien. Er kaufte eine ehemalige Plantage, die 7.749 Morgen umfasste, für rund drei Dollar pro Morgen (acre).
Am 23. Oktober 1878 startete Adam Bürkle mit insgesamt 65 Personen, darunter 17 Pfarrer, von Woodville/Ohio nach Arkansas. Der gesamte Hausrat, einschließlich Vieh und Pferden wurde in sechs Eisenbahn-Waggons verpackt. Die Gruppe erreichte schließlich ihr Ziel, Gum Pond, das zur Keimzelle des heutigen Stuttgart werden sollte. Der Name "Gum Pond" (wörtlich übersetzt Gummi-Teich) stammt von einem schönen Teich, dessen Ufer mit massiven Gummibäumen umsäumt waren.
 
Bürkles Haus verfügte über einen großen Raum, der durch die deutschen Kolonisten als ein Allzweck-Versammlungsraum genutzt wurde. Sonntags war er ihre Kirche, an Feiertagen war er ihr Tanz- und Festsaal. Der Raum diente für Hochzeiten, Empfänge, Taufen und Beerdigungen. Bis zum Tod von Adam Bürkle 1896 war dieses Haus die eigentliche Kirche von Stuttgart/Arkansas. <strong>Am 30. April 1880 nahm Adam Bürkle seine Tätigkeit als Postmeister auf, nachdem er ein Postamt in seinem Haus eingerichtet hatte. Nun musste der Ort einen Namen haben. In Erinnerung an seine alte Heimat gab Bürkle diesem Ort den Namen "Stuttgart", wie er 1895 in einer Lokalzeitung schrieb.

Im Jahr 1882 wurde die Eisenbahn durch dieses Gebiet gebaut. Man führte die Trasse aber nicht an Bürkles Postamt am Gum Pond vorbei, mit der absehbaren Folge, dass der Zug auch nicht an dieser neuen Siedlung anhalten würde. Bürkle besaß jedoch Grundstücke, die unmittelbar an die geplante Eisenbahntrasse angrenzten. Er baute nun eine kleine Hütte als Postamt in der Nähe der Schienen und nagelte ein Schild mit dem Namen "Stuttgart" darauf. Auf diese Weise wurde Stuttgart (29,2 KB)in seiner heutigen Lage gegründet, hier entwickelte sich das neue Stadtzentrum, das etwa zwei Meilen südöstlich von Bürkles Haus liegt.
Stadtgründer Adam Bürkle starb nach längerer Krankheit am 13. August 1896.