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für Gruppen- und Schülerführungen:
Stadtarchiv Filderstadt

Links

www.gedenkstaette-echterdingen-bernhausen.de

Ort der Gedenkstätte

US-Airfield, 
Echterdinger Straße 150
70794 Filderstadt

Gedenkstätte und Gedenkstiftung "Wege der Erinnerung"

Das KZ-Außenlager Echterdingen-Bernhausen

Von November 1944 bis Januar 1945 befand sich auf dem Stuttgarter Flughafen eines der rund 54 Außenlager des KZ Natzweiler.
Ihre Unterkunft befand sich in dem heute noch bestehenden Hangar unmittelbar nördlich der Gedenkstätte. Hier standen Stockbetten für die 600 Häftlinge.

KZ-Außenlager Gedenkstätte
  • Zu ihren Tätigkeiten zählten
  • Ausbesserungsarbeiten der Bombenschäden an der Start- und Landebahn,
  • Bau einer Verbindungsbahn zwischen Flughafen und Autobahn,
  • Gewinnung von Steinmaterial in den Steinbrüchen von Bernhausen (Emerland), Leinfelden und Plieningen.
  • Sie mussten täglich zu Fuß zu den Baustellen gehen. Trotz des Verbots versuchte eine Reihe von Bewohnern der Filderorte, den Häftlingen heimlich Nahrungsmittel zukommen zu lassen.

Die Häftlinge

Die 600 Häftlinge waren alle jüdischer Herkunft und stammten aus 17 europäischen Ländern, davon 210 aus Ungarn, 147 aus Polen, 80 aus Griechenland, 43 aus Frankreich, 32 aus den Niederlanden. Sie wurden in ihren von den deutschen Truppen besetzten Heimatländern wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und in Konzentrationslager verschleppt. Manche hatten vor ihrem Aufenthalt in Echterdingen bereits viele Jahre in anderen Lagern zubringen müssen. Der Großteil war zuvor im KZ Stutthof bei Danzig inhaftiert.

Wegen der harten körperlichen Arbeit bei völlig mangelhafter Ernährung und Kälte brach eine Fleckfieber-Epidemie aus, so dass in zwei Monaten mindestens 119 Menschen zu Tode kamen. Deshalb wurde das Lager Mitte Januar 1945 aufgelöst. Von den kranken Häftlingen kamen 59 in das KZ Bergen-Belsen sowie 100 in das so genannte „Krankenlager“ Vaihingen/Enz, 320 wurden noch als „arbeitsfähig“ eingestuft und in das Lager Ohrdruf in Thüringen, einem Außenlager des KZ Buchenwald, deportiert. Beim Herannahen der alliierten Truppen wurden die Häftlinge auf Todesmärschen in verschiedene Lager getrieben. Nur von insgesamt 64 der 600 Häftlinge ist bekannt, dass sie den Holocaust überlebten.

Liste der 600 Häftlinge (93,8 KB)

Die Grabstätten

Die ersten 19 Toten wurden im Krematorium in Esslingen eingeäschert, 66 weitere Tote wurden zunächst in einem Massengrab im Bernhäuser Forst – einem etwa fünf Kilometer entfernten Waldstück – verscharrt. Sie wurden aber im Oktober 1945 exhumiert und auf dem jüdischen Teil des Ebershaldenfriedhofs Esslingen bestattet. Zum Gedenken an die Opfer wurde 1947 dieser Gedenkstein errichtet.

Gedenkstein auf dem Ebershaldenfriedhof in Esslingen

Im September 2005 stieß man bei Bauarbeiten auf dem US-Airfield auf die sterblichen Überreste von 34 Toten, die in der Nähe des Lagers verscharrt worden waren. Sie wurden entsprechend den jüdischen Religionsgesetzen exakt am Fundort wiederbestattet.

Einweihung des Gräberfelds mit 34 Grabstätten im Jahr 2007, es befindet sich innerhalb des Militärgeländes.

Gedenkstätte „Wege der Erinnerung“

Die Künstlerin Dagmar Pachtner aus Landshut erhielt von den Städten Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen den Auftrag für die Gestaltung der Gedenkstätte, nachdem ihr Entwurf im Rahmen eines künstlerischen Ideenwettbewerbs als Sieger-Entwurf prämiert wurde.

Das ehemalige KZ-Außenlager ist heute sichtbar durch den Hangar, in dem die Häftlinge untergebracht waren, und das Gräberfeld, beides liegt auf dem Gelände des US-Airfields. Die Gedenkstätte bezieht sich darauf und führt in zwei sich kreuzenden Wegachsen auf die beiden über die Zeit erhaltenen Orte hin: "Wege der Erinnerung".

Während des Gehens entlang der Mauer hört der Besucher die Namen der ehemaligen Häftlinge, gesprochen von 200 Personen von dern Fildern.

Zum Weiterlesen:
Thomas Faltin u.a., Im Angesicht des Todes. Das KZ-Außenlager Echterdingen 1944/45 und der Leidensweg der 600 Häftlinge. Filderstadt/Leinfelden-Echterdingen 2008. Erhältlich im Buchhandel und im Stadtarchiv zum Preis von 14,00 Euro.